Laut Bericht
EU will offenbar Intel-Vertriebspraktiken verbieten

Die EU plant einem Zeitungsbericht zufolge dem weltweit größten Chiphersteller Intel seine bisherigen Vertriebspraktiken zu untersagen. Der Konzern nutze seine Marktmacht, um Rivalen zu verdrängen, so der Vorwurf aus Brüssel. Die EU-Kommission wollte den Bericht nicht kommentieren. Intel teilte Dienstagabend mit, das Unternehmen wisse von keiner Entscheidung der Kommission.

HB BERLIN. Die EU werfe dem Konzern vor, seine Marktmacht zu missbrauchen, um Rivalen zu verdrängen, berichtete die "Financial Times Deutschland" vorab aus ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf Informationen aus Brüssel. Durch unzulässige Rabattbedingungen und die Androhung von Nachteilen habe Intel PC-Hersteller genötigt, auf den Einsatz von Prozessoren anderer Hersteller zu verzichten. Neben dem Verbot des bisherigen Vertriebs drohe Intel eine Geldbuße von maximal zehn Prozent des Jahresumsatzes, was auf umgerechnet 2,6 Mrd. Euro hinausliefe. Ein Sprecher der EU-Kommission habe den Bericht nicht kommentieren wollen, hieß es.

Faktisch habe sich EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bereits für ein Verbot entschieden, berichtete die Zeitung. Ihre Behörde habe nach jahrelangen Recherchen genug belastende Beweise. Mit einem Verbot der derzeitigen Vertriebspraktiken solle die die Marktmacht des US-Konzerns in Europa gebrochen werden. Die offizielle Entscheidung solle im Spätsommer veröffentlicht werden. Intel müsse seine bisherige Art aufgeben, seine Prozessoren mit Rabatten an PC-Hersteller zu vermarkten, schrieb die FTD. Zudem sollten dem Konzern Werbekostenzuschüsse an Händler untersagt werden, sofern Intel dafür Exklusivität im Sortiment verlange.

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