Laut Bericht
Herz unterstützt Bieterschlacht der GfK

Im Bieterkampf um das britische Marktforschungsinstitut Taylor Nelson Sofres (TNS) hat das deutsche Marktforscher der GfK laut einem Zeitungsbericht finanzstarke Unterstützung erhalten. Laut dem Bericht will sich der Milliardär und ehemalige Tchibo-Miteigentümer Günter Herz auf die Seite der Nürnberger schlagen.

HB MÜNCHEN.Der ehemalige Tchibo-Miteigentümer werde den Franken im Ringen mit dem britischen Werbekonzern WPP finanziell den Rücken stärken, berichtete „manager-magazin.de“ am Donnerstag ohne Angabe von Quellen. Weitere deutsche Milliardäre wollten sich ebenfalls an dem Vorhaben beteiligen, WPP zu übertrumpfen. GfK werde ein höheres Angebot abgeben als die Briten.

Herz' Holding Mayfair wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Herz hatte seine Beteiligung am Sportartikelhersteller Puma – ebenfalls in Franken ansässig – vor gut einem Jahr an den französischen Luxuskonzern PPR verkauft. Die „Financial Times“ berichtete, die GfK wolle „wohlhabende deutsche Familien“ für das Bieterrennen mit an Bord holen.

Die GfK hatte den Plan einer „Fusion unter Gleichen“ mit TNS am Mittwoch aufgegeben, weil WPP ein feindliches Gegengebot für TNS abgegeben hatte. Das Unternehmen aus Nürnberg stellte in Aussicht, mit Hilfe eines Investors selbst ein Gebot für TNS auf die Beine zu stellen. Eine Interessenbekundung liege bereits vor, die Gespräche stünden aber noch am Anfang. Am Donnerstag sagte eine GfK-Sprecherin, die Gespräche mit dem Investor liefen weiter. Dessen Namen wollte sie weiterhin nicht nennen. Es sei ein langfristig orientierter Investor, der gut zur GfK passe.

WPP wirbt mit einem Angebot von 173 Pence je Anteilsschein in bar und 0,1889 neuen WPP-Aktien um die TNS-Aktionäre. Beim Management von TNS hatte WPP-Chef Martin Sorrell zwar auf Granit gebissen, Analysten hielten das Gebot aber für attraktiver. Sie rechnen, falls erforderlich, noch mit höheren WPP-Angeboten.

Am Aktienmarkt warteten die Anleger ab: Die TNS-Papiere notierten am Donnerstag nahezu unverändert. GfK-Aktien legten gut ein Prozent zu, die Titel von WPP gaben gut zwei Prozent ab.

Der fränkische Marktforscher würde mit TNS weltweit Nummer zwei der Branche werden und könnte zum US-Marktführer AC Nielsen aufschließen. Derzeit ist die GfK die Nummer fünf der Branche und kam 2007 auf 1,16 Mrd. Euro Umsatz. TNS ist mit gut 1,3 Mrd. Euro die Nummer drei. Bekannt ist die GfK für die Ermittlung der deutschen Fernseh-Einschaltquoten und den Konsumklima-Index, der monatlich die Stimmung der Verbraucher misst. Lukrativer sind Marktforschungsdaten für Unternehmen.

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