Lee Jae-yong: Samsung-Chef weist Korruptionsvorwürfe zurück

Lee Jae-yong
Samsung-Chef weist Korruptionsvorwürfe zurück

Samsung steckt mitten in einem Korruptionsskandal um Südkoreas Präsidentin. Firmenchef Lee Jae-yong soll Zahlungen geleistet haben, damit ein staatlicher Pensionsfonds einer wichtigen Firmenfusion zustimmt.
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SeoulIm Korruptionsskandal um Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye und das größte Firmenkonglomerat des Landes haben nun die Gerichte das Wort. In Seoul begann am Donnerstag das Verfahren gegen den Chef und weitere Top-Manager der Samsung-Gruppe. Die Sonderermittler, die Lee Jae-yong und dessen Kollegen auf die Anklagebank brachten, sprachen vom „Prozess des Jahrhunderts“. Über Parks Zukunft urteilt am Freitag das Verfassungsgericht. Es entscheidet dann, ob die Präsidentin ihr Amt aufgeben muss.

Park wird beschuldigt, zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Choi Soon Sil große Unternehmen zu Zahlungen gedrängt zu haben. Das Geld soll in Stiftungen geflossen sein, die der Präsidentin Unterstützung und zusätzlichen Einfluss sichern sollten. Samsung-Chef Lee soll solche Zahlungen geleistet haben, um die Zustimmung eines staatlichen Pensionsfonds zu einer wichtigen Firmenfusion innerhalb des Mischkonzerns zu erhalten. Dieser Schachzug soll es dem Enkel des Unternehmensgründers ermöglicht haben, seine Kontrolle über das Konglomerat mit dem Smartphone-Giganten Samsung Electronics als Herzstück langfristig zu festigen.

Die Ermittler werfen Lee unter anderem Bestechung und Veruntreuung vor. Er erschien am ersten Verhandlungstag, an dem es vor allem um organisatorische Fragen ging, nicht vor Gericht. Sein Anwalt wies alle Anschuldigungen gegen seinen Mandanten zurück. Die Anklage stütze sich nicht auf Fakten, sondern nur auf Meinungen. „Es ist unklar, welche Art von Anweisung Lee erteilt haben soll“, sagte der Anwalt. Das laufende Verfahren soll nach den Rechtsvorgaben bis Ende Mai abgeschlossen werden.

Auch die anderen Samsung-Manager bestreiten ein Fehlverhalten – ebenso wie Park und ihre Freundin Choi. Gegen die Präsidentin hatte das Parlament im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Bestätigt das Gericht den Beschluss, muss binnen 60 Tagen ein neues Staatsoberhaupt gewählt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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