Lee Jae-yong Warum die Freilassung des Samsung-Erben eine Sensation ist

Samsungs Patriarch Lee Jae-yong war zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Jetzt brodelt es in Südkorea, weil der Firmenerbe rasch freikommt.
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Statt fünf Jahren Haft: Samsung-Erbe kommt auf Bewährung frei

Statt fünf Jahren Haft: Samsung-Erbe kommt auf Bewährung frei

TokioSamsungs Firmenerbe Lee Jaeyong hat am Montag vor Gericht nur innerlich gefeiert. Er verzog keine Miene, als der Richter des obersten Gerichts der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ihn am Montag nach nur fast einem Jahr Haft in die Freiheit entließ.

Selbst als er im Blitzlichtgewitter aus dem Gericht trat, war seine Freude nur zu erahnen, die Lippen blieben zusammengekniffen. Dabei hatte das Berufungsgericht gerade ein sensationelles Urteil in einem nationalen Korruptionsskandal gefällt, in dem es um den Klüngel zwischen den großen Familienkonzernen und der früheren Staatspräsidentin Park Geun-hye geht.

Die Richter halbierten nicht nur das Strafmaß vom ersten Prozess im August auf zweieinhalb Jahre. Zur Enttäuschung vieler Kritiker der Konzernriesen setzten sie Lees Strafe zudem für vier Jahre zur Bewährung aus. Denn anders als die Richter in der ersten Instanz sahen sie in Lee keinen aktiven Täter in dem bis heute umkämpften Rechtsstreit, sondern eher einen gezwungen Mittäter.

Schon die ersten Reaktionen von Kritikern und Börse zeigen, wie groß die Bedeutung von Lees Freilassung ist – sowohl für die Politik des Landes als auch für Samsung. Stellvertretend für viele Koreaner warf Jason Chung, der mit seiner Website Chaebul.com einen kritischen Blick auf den Konzern wirft, der Justiz vor, immer noch viel zu gnädig mit den Patriarchen der Familiengruppen umzuspringen, die Südkoreas Wirtschaft bestimmen. Er sieht Lee nun in der Pflicht, die Unternehmenskultur bei Samsung transparenter zu machen.

Die Anleger hingegen spendeten Beifall, indem sie Samsungs Aktienkurs nach einer leichten Talfahrt wieder ins Plus hoben. Denn die Freilassung des stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden von Samsung Electronics vertreibt nun alle Sorgen. Das befürchtete Führungsvakuum beim Flaggschiff der Samsung-Gruppe bleibt wohl aus. Dabei steht der eigentliche Skandal und möglicherweise eine erneute Berufung weiterhin im Raum.

Umstrittene Spende an Präsidentenberaterin

Es gilt weithin als erwiesen, dass die Familienkonglomerate umgerechnet zig Millionen Euro an eine Freundin und private Beraterin von Präsidentin Park spendeten. Die Präsidentin wurde auch deswegen im März 2017 endgültig des Amts enthoben und inhaftiert. Sie wartet noch auf ihr erstinstanzliche Urteil.

Zusätzlich stellten die Ermittler aber auch Samsung-Erben Lee als Aushängeschild der Korea AG juristisch an den Pranger. Denn als größte Firmengruppe des Landes hatte Samsung auch am meisten gegeben. Außerdem sahen es die Ermittler und das erste Gericht als erwiesen an, dass Lee sich mit den finanziellen Zuwendungen auch politische Hilfe bei einer Firmenfusionen kaufte, die die Machtübergabe von seinem gealterten Vater auf die Nachkommen finanziell absicherte.

Doch im neuen Verfahren wollten die Richter Lee in den großzügigen Spenden Samsungs für Parks Freundin keine eigensüchtigen Motive mehr erkennen. Sie stellten lediglich Lees „passive Mittäterschaft“ fest. Park habe die Samsung-Manager mit Nachteilen bedroht, so die Richter. Und der Angeklagte habe gezahlt, obwohl er wusste, dass es sich um Bestechung gehandelt habe. Lee habe in dieser Konstellation nicht nein sagen können.

Schuldzuweisungen im koreanischen Klüngel
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1 Kommentar zu "Lee Jae-yong: Warum die Freilassung des Samsung-Erben eine Sensation ist"

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  • Wie zuvor kommentiert sind die grossen Chaebols Südkoreas traditionell eng mit Staat und Politik verbunden. Die Cheabols machen Wirtschaft, schaffen Wachstum und die Regierung schafft die infrastrukturellen und sonstigen Vorraussetzungen das die Chaebols gedeihen können. Das System wurde vor Jahrzehnten etabliert. Der Samsung Erbe ist in das System als Erbe hinein gekommen. Dieses System wird durch die aktuelle linke Regierung aufgebrochen. Insofern ist die Begründung der Richter dass Herr Lee Jae-yong eher ein widerwilliger Mittäter war, nicht abwegig.

    Ich vermute dass die Verurteilung ein Zeichen der aktuellen Regierung an die Chaebols ist, dass sich erstens die Spielregeln geändert haben und zweitens dass die Regierung die Regeln setzt.

    Des Weiteren gehe ich davon aus, dass Regierung und Gericht die Fa. Samsung Electronics die eine wesentliche wirtschafltiche Existenzgrundlage Südkoreas darstellt, nicht schädigen möchte. Deshalb ist der Samsung Erbe nach einem Jahr wieder entlassen worden.

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