Lenovo kommt zum Zug
Chinesen kaufen IBMs PC-Geschäft

Der größte chinesische Computerhersteller Lenovo übernimmt maßgeblich das PC-Geschäft des Computer-Pioniers IBM. Mit der Investition von 1,25 Milliarden Dollar übernimmt Lenovo die Mehrheit an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen.

HB PEKING/SAN FRANCISCO. Die außerhalb Chinas bisher kaum bekannte Lenovo steigt damit nicht nur zum drittgrößten PC-Anbieter weltweit auf, sondern erwirbt auch eine Marke, die nach Erhebungen von BusinessWeek/Interbrand weltweit auf Platz Drei rangiert: Die künftig von Lenovo hergestellten PC werden noch bis zu fünf Jahre das IBM-Logo tragen, bevor auf die Marke Lenovo umgestellt wird. „Unser festes Ziel war es, ein wahrhaft internationales Unternehmen zu schaffen“ sagte Lenovo-Chairman Chuanzhi Liu. IBM-Chef Samuel Palmisano erklärte: „Die heutige Ankündigung stärkt IBMs Konzentration auf Unternehmen, während ein neues globales Geschäft entsteht, das besser positioniert ist, um die sich in der PC-Industrie bietenden Gelegenheiten zu nutzen.“

Auf dem Papier eröffne das Geschäft beiden Unternehmen einen Weg zu den angestrebten Zielen, äußerte sich Gartner-Analyst Martin Gilliland ähnlich wie andere Experten. „Jetzt kommt es auf die Umsetzung an.“ Er ergänzte: „IBM kommt dabei ziemlich gut weg, weil das Ziel war, aus dem PC-Geschäft auszusteigen, da damit kein Geld verdient wird. Nun muss Lenovo es zum Erfolg führen.“ Gleichzeitig vereinbarten IBM und Lenovo eine breite Allianz. IBM wird PC von Lenovo beziehen. Die IBM-Sparte Global Services wird im Gegenzug zum bevorzugten technischen Dienstleister für Lenovo und soll auch weiterhin Kundenfinanzierungen anbieten.

Lenovo wird nach Daten von Gartner, der Analysen für die IT-Branche anbietet, mit seinem bisherigen Marktanteil von 2,2 % und dem IBM-Anteil von 5,5 % um fünf Ränge zum drittgrößten PC-Anbieter weltweit. Das kombinierte PC-Geschäft hätte im vergangenen Jahr Umsätze von zwölf Mrd. Dollar eingebracht. Weltmarktführer ist die US-Firma Dell mit einem Anteil von 16,7 %, gefolgt von Hewlett-Packard mit 15 %. Den dritten Rang nimmt zurzeit IBM ein.

Lenovo-Gründer Liu Chuanzhi sprach am Mittwoch in Peking von einem „Durchbruch für Lenovo auf dem Weg zu einem Weltunternehmen“. Es ist die bisher größte chinesische Auslandsinvestition in der Informationstechnologie. Auch hatte nie zuvor ein chinesischer Wettbewerber ein amerikanisches Unternehmen in dieser Größenordnung übernommen. Vor dem Geschäft war Lenovo weltweit nur der achtgrößte Computerhersteller mit einem Marktanteil von zwei Prozent. Die Übernahme schließt das globale IBM-Geschäft mit Desktop-Computern, Laptops, das Vertriebsnetz in 160 Ländern, die Nutzung der IBM-Markennamen sowie Forschung und Entwicklung ein.

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