Leo Apotheker
„Es gäbe ohne mich keine SAP“

Mit Leo Apotheker führt künftig ein Deutscher den IT-Riesen Hewlett-Packard. Der Einsatz des ehemaligen SAP-Chefs sorgt jedoch bei einigen für Unruhe. Der 57-Jährige über seine Pläne und die Beziehung zu seinem Ex-Arbeitgeber.
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Seine Berufung kam völlig überraschend. Leo Apotheker wird Chef von Hewlett-Packard. Erstmals übernimmt ein Deutscher die Führung des nach Umsatz weltgrößten IT-Konzerns. Die Branche und die HP-Aktionäre sind irritiert: Noch vor wenigen Monaten war Apotheker beim Softwarekonzern SAP zum Rücktritt gedrängt worden. Fehlende visionäre Kraft wird ihm vorgeworfen und mangelnde Erfahrung bei der Führung eines großen Konzerns.

Zugleich befeuert seine Ernennung Gerüchte über ein Zusammengehen von HP und SAP. Schließlich hat der HP-Verwaltungsrat zeitgleich Ray Lane zum nicht operativen Chairman gemacht, einen Ex-Topmanager des SAP-Rivalen Oracle. Das Handelsblatt sprach als einziges deutsches Medium mit Apotheker über seine neue Aufgabe.

Handelsblatt Herzlichen Glückwunsch, Herr Apotheker. Ist es ein wenig Genugtuung für die letzten Monate bei SAP, die ja recht turbulent waren mit zahlreichen bösen Kommentaren über ihre Leistung als SAP-Chef?

Leo Apotheker: (lacht) Wissen Sie, jeder macht mal Fehler. Aber im Ernst, das ist nicht relevant für mich. Ich bin wirklich froh, bei HP zu sein. Es ist für mich eine Ehre, dieses Unternehmen zu leiten.

HB: Okay, aber in Blogs und auf Technologie-Web-Sites kann man eine Menge Zweifel erkennen, ob Sie der Richtige an der Spitze von HP sind. Was sagen Sie dazu?

Bevor Apotheker etwas sagen kann, ergreift Robert Ryan das Wort, er ist ein Verwaltungsratsmitglied von HP.

Ryan: Vielleicht sollte ich diese Frage beantworten. Der Verwaltungsrat hat eine intensive Sichtung vorgenommen, und Leo ist der beste Kandidat. Das gilt für sein Know-how, es gilt für seinen Ruf, und es gilt für seinen persönlichen Charakter. Aber auf was wir besonderen Wert legen, ist ein strategischer Denker. Leo hat eine Leidenschaft für Technologie und Innovation. Er ist eindrucksvoll global, ein globaler Bürger. Das ist sehr wichtig und genau das, was HP jetzt braucht, um den nächsten Wachstumsschritt zu machen. Es ist also eine sehr analytische Wahl.

HB: Die Botschaft ist angekommen. Herr Apotheker, Sie stellen sich in einer Web-Konferenz den HP-Mitarbeitern, die voller Sorgen sind nach dem plötzlichen Abgang zweier CEOs, Carly Fiorina und nun Mark Hurd. Was wird Ihre Botschaft sein?

Apotheker: Das Erste, was ich den Mitarbeitern sagen werde, ist, dass ich ihnen erst einmal zuhören möchte. Ich werde eine weltweite Tour machen, um wirklich alles zu erfahren, was die Mitarbeiter mir sagen wollen. Alle anderen Dinge kommen dann erst an zweiter Stelle.

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