Leo Apotheker
SAP-Chef zeigt sich offen für Übernahmen

Leo Apotheker hat dem Walldorfer Softwarekonzern trotz der Wirtschaftsflaute ehrgeizige Wachstumsziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt. Dabei zeigt er sich angriffslustiger als sein bisheriger Co-Chef Henning Kagermann: Wachsen könne SAP auch durch Übernahmen.

HB FRANKFURT. Der Umsatz mit Software und dazugehörigen Dienstleistungen solle bis 2014 verdoppelt werden, heißt es in einem Strategiepapier des SAP-Vorstands, dessen Existenz ein Sprecher am Montag bestätigte. 2008 lag der Umsatz mit Lizenzverkäufen, Wartung und Software-Abos bei 8,6 Milliarden Euro, für das laufende Jahr erwartet SAP praktisch einen stagnierenden Softwareumsatz und will 3 300 Arbeitsplätze abbauen.

Um das Ziel zu erreichen, müsste SAP vom kommenden Jahr an wieder um 15 Prozent pro Jahr zulegen. „Die in der Strategie genannten Ziele sind aber nicht als Messlatte gedacht“, betonte ein Sprecher. Das gelte auch für das dort bekräftigte Ziel einer operativen Umsatzrendite von 35 Prozent. Diese hatte sich schon Apothekers Vorgänger Henning Kagermann auf mittlere Sicht auf die Fahnen geschrieben, um mit US-Rivalen wie Oracle und Microsoft mithalten zu können. Im vergangenen Jahr lag sie bei 28,4 Prozent.

In dem Papier macht Apotheker deutlich, dass Übernahmen in größerem Stil weniger ein Tabu sind als für Kagermann. Dieser hatte lange betont, dass SAP anders als Oracle nur kleine Firmen mit technologischem Vorsprung kaufen wolle, vollzog mit dem als Erfolg bewerteten milliardenschweren Kauf der französischen Business Objects aber selbst noch eine überraschende Kehrtwende. „Wir können beide Wege gehen: zukaufen und organisch wachsen“, sagte der Sprecher. Der Vertriebsexperte Apotheker hatte erst im Mai den alleinigen Vorstandsvorsitz von SAP übernommen.

Das Papier sei eine „evolutionäre Weiterentwicklung“ der Strategie, das zunächst intern diskutiert werden solle, sagte der Sprecher. Apotheker setzt künftig mehr auf Abonnement-Software statt des bisher üblichen Verkaufs von Lizenzen. Damit könnte SAP gleichmäßigere, verlässlichere Umsätze erzielen, ohne sich Quartal für Quartal einem hohen Vertriebsdruck auszusetzen.

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