Lexika

Bertelsmann stellt den Brockhaus ein

Bertelsmann gibt seine Lexikonsparte auf – und damit auch die Brockhaus-Reihe. Viele Arbeitsplätze beim Wissenmedia Verlag fallen dadurch weg. Eine Chance für die Marke gibt es aber doch noch.
Update: 11.06.2013 - 19:10 Uhr 8 Kommentare
Überlebensgroße Brockhaus-Ausgaben. Quelle: ap

Überlebensgroße Brockhaus-Ausgaben.

(Foto: ap)

GüterslohDer traditionsreiche Brockhaus steht vor dem Aus. Der Medienriese Bertelsmann will das Geschäft mit Lexika aufgeben. Das teilte der Konzern am Dienstag mit. Zunächst soll der wichtige Direktvertrieb bis Mitte 2014 eingestellt werden. Die Online-Aktualisierungen und weitere Verpflichtungen sollen noch sechs Jahre fortgeführt werden. Der Vertrieb über den Buchhandel allein reiche aber nicht zum wirtschaftlichen Überleben aus, hieß es.

Die Marke Brockhaus gehört zum Wissenmedia Verlag. Der ist wiederum Teil des Direktvertriebsunternehmens InmediaOne. Das wird seine Arbeit in den kommenden zwölf Monaten schrittweise einstellen. Ein Großteil der 300 Arbeitsplätze an den Standorten Gütersloh und München fällt weg. Dazu kämen noch rund 300 selbstständige Handelsvertreter, sagte Fernando Carro, bei Bertelsmann verantwortlich für das Club- und das Direktkundengeschäft, der „Neuen Westfälischen“ in Bielefeld (Mittwoch). Ein Sozialplan soll erarbeitet werden.

„Die Zukunft der Marke Brockhaus ist noch unklar“, sagte Pressesprecher Matthias Wulff. Denkbar sei, eine Lizenz für die Marke Brockhaus zu vergeben. „Denn Brockhaus ist ja eine gute Marke.“ Verlagsgründer Friedrich Arnold Brockhaus hatte das erste Conversationslexikon 1810 fertiggestellt. Bertelsmann hatte die Marke Brockhaus erst 2009 nach der Zerschlagung des Bibliographischen Instituts & F.A. Brockhaus AG gekauft.

Zuletzt seien die Lexika vor allem über den Direktvertrieb vermarktet worden, sagte der Sprecher. Damit werde nun der größere Teil des Geschäfts aufgegeben. Es sei nur ungenügend gelungen, neue Kunden zu gewinnen und den bestehenden Kunden neue Produkte zu verkaufen, räumte das Unternehmen ein.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Lexika: Bertelsmann stellt den Brockhaus ein"

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  • Keine schlechte Idee - aber in Gütersloh ticken die Uhren offensichtlich anders :0(

  • Na prima - ihre "alle in einen Sack und ..." - Philosophie ist dann wohl DIE Lösung. Klar doch, das sie die Unterschiede kennen - oder?

  • Genauso wie die Schreibmaschine zugunsten Computers verschwunden ist geht auch die Ära des gedruckten Brockhaus zu Ende. Warum soll man sich 30 Bände für viel Geld ins Regal stellen die nach 10 Jahren aktualisiert werden, wenn man Online solche Informationen aktueller, schneller und kostenlos bekommen kann. Diese Frage kann auch Frank Dopheide in seinem Kommentar von heute nicht beantworten, auch wenn er so tut als könnte er das. Es stand bisher nirgends ob der Brockhaus nicht als werbefinanzierte Online Ausgabe erhalten bleibt Das wäre vielleicht eine Option, denn in Wikipedia steht auch nicht alles. Beide könnten sich ergänzen.

  • sehr schade, dass durch die unseriösen geschäftsmethoden der firma bertelsmann der gute alte brockhaus gelitten hat und nunmehr vom markt verschwindet. ich persönlich mag meinen brockhaus im regal sehr - er gehört zur einrichtung, wie ein schöns gemälde an der wand. der verlag ist daran selbst schuld, dass er nicht gut gewirtschaftet hat. man hätte die seriösität behalten sollen. habe aber eine sehr gute adresse im netz gefunden, unter man zu sehr guten preisen einen brockhaus kaufen kann: www.agentiko.de

  • diese doch so gut ausgebildeten Haustürverkäufer haben doch die Möglichkeit bei Vorwerk, Eismann, Bofrost, bei Finanzdienstleister wie DVAG, GEVAS, AWD, Versicherungsanbieter usw. ihre bisherige Tätigkeit fortzuführen.

  • Na, das sind ja mal zwei Meinungen - sicherlich von Experten, die die Firma und die Umstände genauestens kennen - oder?
    In jedem Fall sind es mal wieder die zahlreichen Mitarbeiter, welche darunter zu leiden haben. Sozialplan und "internes Arbeitsamt" hin und her - und sicher nur für die 400 Angestellten. Sehr schade aber auch um die 300 gut ausgebildeten und noch immer motivierten Handelsvertreter. Wer kümmert sich um die? (0157-75780868)

  • schade, dass die Presseorgane nicht über die überaus unseriösen Vertriebswege des Bertelsmanns angehörigen InmediaOne aufklären oder sogar mal berichten.
    300 Handelsvertreter, die zum Teil immer wieder neu akquiriert werden müssen, sind wie Drückerkolonnen unterwegs in Deutschland, um die überteuerten Bertelsmann-Produkte wie Vorwerkstaubsauger an den Mann zu bringen. Eine Einstellung dieses Vertriebskanals mit den dazugehörigen Lexikon ist durchaus eine Bereicherung für die Gesellschaft.

  • Die Aus von Brockhaus ist eine Schande für Bertelsmann und
    für Deutschland als Wissensstandort.
    Pfui Teufel, Bertelsmann, keine Ideen, keine Weitsicht,nur Profitstreben; so wird Deutschland und Europa auf 3. Welt-
    Niveau heruntergefahren.
    Nur geldgeiles Gesockse, gewissenlos und arrogant.

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