Lieferengpässe
Japan-Krise belastet Mobilfunk-Branche

Die Folgen des Bebens und Tsunamis in Japan werfen einen Schatten auf die Mobilfunk-Branche: Lieferengpässe und Transportprobleme bereiten den Anbietern Probleme.
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HelsinkiDie neuen Quartalszahlen könnten Aufschluss geben, welche Schäden die Katastrophe in Japan in den Bilanzen der Mobilfunkunternehmen hinterlassen wird. Kommende Woche steht die Veröffentlichung mehrerer Quartalsberichte an. Nokia, der Blackberry-Hersteller Research in Motion und Sony Ericsson mussten Werke schließen und bekamen unlängst Lieferengpässe zu spüren. Allerdings sind in der 214 Milliarden Dollar schweren Mobilfunk-Branche Lieferzeiten von vier bis fünf Wochen Normalität: Experten rechnen daher damit, dass die Japan-Krise erst im dritten Quartal richtig zu Buche schlägt. „Das wahre Ausmaß bleibt zunächst unklar. Es hängt davon ab, wie schnell die Bänder bei den noch geschlossenen Werken wieder hochgefahren werden“, sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Vor allem bei Chemikalien, die für die Produktion von Handy-Batterien benötigt werden, könnte es eng werden. 

Am Dienstag wird Sony Ericsson als erster Handyhersteller Einblick ins Quartal geben. Einen Tag später folgt der iPhone-Hersteller Apple. Lediglich bei Apple rechnen Experten damit, dass der Konzern erneut seinen Marktanteil ausgebaut hat. Demnach haben die Amerikaner im abgelaufenen Quartal rund 15,8 Milliarden iPhones verkauft - ein Plus von 81 Prozent auf Jahressicht. Bei Nokia, die am Donnerstag Zahlen veröffentlichen, wird dies wohl anders aussehen. Samsung folgt am 27. April und die Ergebnisse des weltweit drittgrößten Handykonzerns LG Electronics kommen am 28. April. LG wird wohl das dritte Quartal in Folge einen Verlust ausweisen. 

Sony Ericsson warnte bereits im Januar vor einem schwachen ersten Quartal. Den mageren Ausblick begründete das Joint Venture mit einem veralteten Produktportfolio. Analysten sind der Meinung, dass der Konzern seine Handypreise senken muss. Zudem müsse das Unternehmen schnellstmöglich neue Modelle auf den Markt bringen. Branchenprimus Nokia erklärte bereits, dass einige Handys wegen der Japan-Krise knapp werden könnten. Auswirkungen auf die Bilanzen werde dies nicht haben, teilten die Finnen zugleich mit. 

Experten sind zuversichtlich, dass die Handyverkäufe weltweit von Januar bis März zugelegt haben. Sie rechnen mit einem Zuwachs um knapp elf Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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