Linkedin
Russland blockiert Karriere-Netzwerk

Russland wirft Linkedin vor, die Daten seiner russischen Nutzer verbotenerweise auf ausländischen Servern zu speichern. Die Konsequenz: Das Netzwerk ist in Russland gesperrt – auch Klagen im Vorfeld blieben erfolglos.
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MoskauIn Russland wird mit Linkedin das erste große Online-Netzwerk gesperrt. Auf Anordnung der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor sollen die heimischen Internetanbieter den Zugang blockieren. Damit soll ein Gerichtsurteil umgesetzt werden, wonach das US-Unternehmen gegen Datenschutzgesetze verstößt, wie Roskomnadsor am Donnerstag mitteilte. Das Karrierenetzwerk hat mehr als sechs Millionen registrierte Nutzer in Russland, darunter viele Firmen auf Mitarbeitersuche.

Hintergrund ist ein Gesetz aus dem Jahr 2014, das bislang nicht durchgesetzt wurde. Es sieht vor, dass Webseiten, die persönliche Daten russischer Bürger speichern, dies auf russischen Servern tun müssen. Dies hat Linkedin nach Darstellung der Behörde nicht getan. Die Sperrung solle binnen 24 Stunden umgesetzt werden, sagte ein Roskomnadsor-Sprecher der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Der Internetanbieter Rostelcom hat dies nach eigener Auskunft bereits gemacht, die Konkurrenten MTS und Vimpelcom wollen nachziehen.

Linkedin hatte gegen die drohende Sperre geklagt, war aber vor Gericht zweimal gescheitert. Am 10. November bestätigte das Moskauer Stadtgericht das Verbot, das die erste Instanz ausgesprochen hatte. Das russische Gesetz bereitet vielen internationalen Internet-Dienstleistern Probleme. Anders als Linkedin haben aber Google, Apple oder der Bestelldienst Alibaba Daten russischer Nutzer mittlerweile in Russland gespeichert, wie Medien berichten.

Von Linkedin war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Dem Behördensprecher zufolge dringt das US-Management des Unternehmens auf ein Treffen. Dazu müsse Roskomnadsor aber zunächst die Genehmigung des Außenministeriums und der Geheimdienste einholen.

Kritiker beklagen eine zunehmende Kontrolle des Internets durch die russischen Behörden. Ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin trat Befürchtungen entgegen, das Vorgehen gegen Linkedin könnte auf Zensur hinauslaufen. Die Sperrung erfolge im Rahmen der Gesetze, betonte er. Putin werde sich in den Fall nicht einmischen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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