Liquiditätsreserve: Telekom gibt US-Tochter Milliardenkredit

Liquiditätsreserve
Telekom gibt US-Tochter Milliardenkredit

Milliardenkredit der Telekom für die US-Tochter: Mit einer Finanzspritze aus Bonn soll der dortige CEO John Legere auf Kundenfang gehen. Die Spekulationen verdichten sich – auch Trump spielt eine Rolle.
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BerlinDie Deutsche Telekom stellt ihrer US-Tochter T-Mobile US einen Milliarden-Kreditrahmen zur Verfügung. Dabei gehe es um eine drei Jahre laufende Vereinbarung mit einem Volumen über 2,5 Milliarden Dollar, teilte der Dax-Konzern am Freitagabend mit.

Die Kreditlinien böten T-Mobile US künftig eine kostengünstigere Liquiditätsreserve und ermöglichten eine Nutzung ihrer bisher vorgehaltenen Barreserven. Die Telekom müsse hierfür kein zusätzliches langfristiges Fremdkapitel aufnehmen. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten des Konzerns erhöhten sich dadurch nicht. Die Deutsche Telekom verfügt nach eigenen Angaben über eine Liquiditätsreserve von rund 12,9 Milliarden Euro, die aktuell nicht in Anspruch genommen ist.

Die US-Tochter des Bonner Konzerns war über Jahre hinaus eines der größten Sorgenkinderund sollte mehrfach verkauft werden, was aber bisher immer gescheitert war. Entweder wegen regulatorischer Probleme oder weil die Partner sich nicht einigen konnten. Zuletzt sorgte die Übernahme des kleineren Wettbewerbers für Kundenzuwachs und neue Frequenzen. Im Dezember erklärte Softbank-CEO Masayoshi Son, er werde 50 Milliarden Dollar in den USA investieren, nur weil Donald Trump zum Präsidenten gewählt worden sei.

Die Spekulationen gingen dahin, dass Son gutes Wetter für einen Übernahmeversuch von T-Mobile starten könnte, um doch noch seine Tochter Sprint mit T-Mobile verschmelzen zu können. Auch der T-Mobile-US-Finanzvorstand hatte sich auf einer Investorenkonferenz positiv zu Trump geäußert. Man hoffe, dass er die Netzneutralität aufheben werde, so dass Mobilfunkbetreiber neue Geschäftsmodelle ausprobieren könnten. Unter Obama war es Internet-Betreibern verboten worden, nach eigenem Ermessen Internetfirmen zu bevorzugen oder zu benachteiligen oder von ihren Diensten zu verbannen.

Um auf dem Expansionspfad aber wettbewerbsfähig bleiben zu können, muss zudem beständig in neue Frequenzen investiert werden. Zudem beginnen in den USA die Vorbereitungen auf den milliardenschweren Ausbau der Netze auf 5G, den schnelleren Nachfolger des aktuellen 4G-Standards.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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