Lizenzen für US-Geschäft: Telekom auf Milliarden-Einkaufstour

Lizenzen für US-Geschäft
Telekom auf Milliarden-Einkaufstour

Seit Wochen gibt es Gerüchte, dass die Deutsche Telekom ihr US-Geschäft verkauft. Doch zunächst macht das Unternehmen mit einem großen Zukauf Schlagzeilen. T-Mobile US kauft ein Funkspektrum-Paket.
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BonnDie US-Tochter der Deutschen Telekom hat für insgesamt 3,3 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) ein umfangreiches Funkspektrum-Paket von Verizon Wireless gekauft, wie der Konzern am Montag mitteilte. Vom Kaufpreis zahle T-Mobile US 2,37 Milliarden Dollar in bar - der Rest gehe im Zuge einer Übertragung von Frequenzen an Marktführer Verizon über die Bühne. Die US-Kartellbehörden müssten dem Deal noch ihren Segen geben. Falls die Zustimmung erfolge, werde die Transaktion Mitte des Jahres abgeschlossen, teilte die Firma mit. Mit dem Kauf treibt der Telekom-US-Ableger den Ausbau seines Netze für den mobilen Datenfunk voran.

„Das ist eine gute Möglichkeit, um sich Spektrum im niedrigen Frequenzbereich in vielen der wichtigen Gebiete der USA zu sichern“, sagte T-Mobile-Chef John Legere.

T-Mobile US erwirbt Lizenzen für die 700-Megahertz-Bandbreite. Diese ist vor allem für die Übertragung von mobilen Daten der Generation 4G geeignet. Verizon Wireless gehört Verizon Communications und Vodafone.

Legere hatte zuletzt mit außergewöhnlichen Preismodellen um Kunden geworben und sie aus bestehenden Verträgen mit wesentlich größeren Konkurrenten geködert. Zuletzt verkündete der Rivale AT&T in einem Gegenzug, bis zu 450 Dollar an T-Mobile-Kunden zu zahlen, die zu AT&T wechseln.

Das Vorgehen kommentierte Legere mehrfach über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Erinnern Sie sich, als AT&T im September sagte, T-Mobile habe ihr Geschäft nicht beeinflusst? Es ist viel geschehen seit September, richtig Randall?“, schrieb der Manager in Anspielung auf AT&T-Vorstandschef Randall Stephenson.

Der ehemalige Telekom-Konzernchef René Obermann hatte die Devise ausgegeben, T-Mobile US als Preisbrecher auf dem US-Markt zu etablieren. Seit dem Jahreswechsel führt Timotheus Höttges die Telekom.

Die Telekom hält 67 Prozent an der US-Tochter und will sich über kurz oder lang aus dem hart umkämpften amerikanischen Markt zurückziehen. Interessenten gehen bereits in Startposition: Der amerikanische Satelliten-Fernsehanbieter Dish nimmt Insidern zufolge den Telekom-Ableger ins Visier. Das erfuhr Reuters Mitte Dezember von drei mit den Vorgang vertrauten Personen. Damit könnte sich ein Bieterrennen anbahnen, denn auch dem Rivalen Sprint wird bereits Kaufinteresse nachgesagt. Eine Übernahme könnte dem Bonner Konzern viel Geld in die Kasse spülen: An der Börse ist die US-Tochter 26 Milliarden Dollar wert. Die Telekom könnte die Einnahmen gut für den sehr teuren Ausbau der Datenautobahnen in Deutschland gebrauchen.

Für die Telekom wäre der Zeitpunkt für einen Verkauf der US-Tochter günstig. Die Bonner konnten jüngst den jahrelangen Kundenexodus ihres Amerika-Ablegers mit Milliardenaufwand stoppen - seit dem Frühjahr gewinnt das einstige Sorgenkind des Bonner Telefonanbieters sogar wieder neue Vertragskunden.

Jüngst hatte es anhaltende Spekulationen über einen möglichen Verkauf von T-Mobile an den Mitwettbewerber Sprint Nextel gegeben. Das Unternehmen ist wiederum seit kurzem ein Tochterunternehmen des japanischen Mobilfunkkonzerns Softbank, der angeblich mit Banken über eine Finanzierung des Zukaufs spricht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Lizenzen für US-Geschäft: Telekom auf Milliarden-Einkaufstour"

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  • Zitat : Telekom auf Milliarden-Einkaufstour

    - dieser Schei..laden sollte besser schauen, wie er dem Verbraucher ein passables Internet zur Verfügung stellt, anstatt einzukaufen !

    Die Geschwindigkeit um 2000 Kb/s ( DSL 6000 ) und 8000 Kb/s ( DSL 16000 ) ist VORSINTFLUTLICH !!!!!

    Armseliges Amateurentum !

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