Lobbyarbeit zum Überleben
Facebook sucht sich Freunde in Washington

Vor ein paar Jahren wurde Facebook aus einer Studentenbude heraus gegründet. Heute übt sich das soziale Netzwerk in Lobbyarbeit. Denn gute Verbindungen in die Politik sind wertvoll. Ein großes Vorbild gibt es auch schon.
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New York/Düsseldorf/San FranciscoEs sieht ein bisschen so aus wie die quirlige Firmenzentrale im Silicon Valley: An den Wänden lädt die "Facebook Wall" die Mitarbeiter dazu ein, Kommentare und Bilder als Anregung für die Kollegen zu hinterlassen. Die Flure sind so ausgelegt, dass man mit Ripstiks - skateboardähnlichen Sportgeräten - fahren kann.

Doch hier in Washington geht es nicht darum, neue Features für das größte soziale Netzwerk weltweit zu erfinden. In Facebooks Lobbyisten-Zentrale dreht sich alles darum, Politiker, Interessensvertreter, Stimmungsmacher und Journalisten für sich einzunehmen.

"Die machen das so professionell, als würden sie schon seit Jahrzehnten hier mitmischen", sagt ein Kenner der Washingtoner Szene. Dabei ist das Netzwerk erst vor acht Jahren von Mark Zuckerberg in einer Studentenbude gegründet worden. Vor dem Börsengang hat Facebook sein Lobby-Haus massiv ausgebaut. 650 000 Dollar gab das soziale Netzwerk im ersten Quartal für Lobbyarbeit aus. Das ist noch deutlich weniger als IT-Schwergewichte wie Google oder Microsoft. Aber mehr als doppelt so viel wie im Gesamtjahr 2010 - Tendenz steigend.

Die richtigen Freunde in Washington zu haben ist überlebenswichtig für ein Unternehmen, das an der Börse rund 100 Milliarden Dollar schwer sein wird. Schärfere Gesetze zu Datenschutz und Privatsphäre zählen zu den großen Risiken für das Geschäftsmodell. Schon viel zu oft hat es Ärger gegeben, haben Senatoren Untersuchungen gefordert, Verbraucherschützer zu Boykotts aufgerufen. Zuckerbergs Lobbyisten müssen für jeden Kampf gerüstet sein.

Facebook tritt damit ein in eine Liga, in der Google, Microsoft und andere IT-Konzerne schon seit Jahren spielen. Und von Google lernen heißt dabei im großen Lobby-Spiel siegen lernen. Der Webriese aus dem kalifornischen Mountain View ist der König unter den Einflüsterern in Washington. Satte 9,6 Millionen Dollar zahlte der Konzern nach Statistiken des US-Senats im vergangenen Jahr für die politische Landschaftspflege - 88 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Damit verdrängte Google den Konkurrenten Microsoft (7,34 Millionen Dollar) von der Spitze.

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