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24.01.2008 
Konzern steigert Quartalsgewinn

Löscher setzt höhere Ziele bei Siemens

Der Technologiekonzern Siemens setzt sich nach einem Gewinnzuwachs im vergangenen Quartal höhere Ziele. Unter anderem verlangt der neue Chef Peter Löscher höhere Renditen in zwei Großbereichen. Die US-Konjunktursorgen stimmen ihn aber vorsichtig.

Eine Medizinstudentin liegt in einem Magnetresonanztomografen von Siemens. Foto: dpa  Lupe

Eine Medizinstudentin liegt in einem Magnetresonanztomografen von Siemens. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Vor allem der Einmalerlös aus dem Verkauf der Autozuliefersparte VDO blähte den Gewinn nach Steuern von Oktober bis Dezember auf 6,48 Milliarden Euro von 788 Millionen Euro im Vorjahr auf, wie Siemens vor der Hauptversammlung am Donnerstag in München mitteilte. Auf den Verkaufserlös für VDO entfielen davon allein 5,4 Milliarden Euro.

Doch legte der von Korruptionsaffären gebeutelte Konzern auch im regulären Geschäft zu. Das operative Ergebnis kletterte um 16 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro. Der Umsatz habe um acht Prozent auf 18,4 Milliarden Euro zugelegt, hieß es. Beim Auftragseingang konnte Siemens im ersten Quartal ein Plus von neun Prozent auf 24,24 Mrd. Euro verbuchen. Daraufhin legte die Siemens -Aktie zeitweise um fast 5 Prozent zu.


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Siemens -Chef Peter Löscher bekräftigte seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende September). "Beim Umsatz wollen wir mindestens doppelt so schnell wachsen wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt", erklärte er. Das operative Ergebnis solle mindestens doppelt so stark wachsen wie der Umsatz. Die Prognose galt eigentlich auch für das folgende Geschäftsjahr, was Löscher angesichts der US-Konjunktursorgen aber auch auf Nachfrage nicht mehr wiederholen wollte. Im Falle einer langfristigen Abkühlung der US-Konjunktur, werde sich das auch auf Siemens auswirken.

In der neuen Konzernstruktur setzte Löscher auch den beiden Großbereichen Industrie und Energie neue Renditeziele, während für die Medizintechniksparte unverändert ein Zielband von 14 bis 17 Prozent gilt. Der Sektor Industrie müsse bis Herbst 2010 operativ 9 bis 13 Prozent abwerfen statt der bisher geforderten 9 bis 11 Prozent. Für den Großbereich Energie gelte ein Margenziel von 11 bis 15 Prozent statt von 9 bis 13 Prozent.

Vor allem im Großbereich Energie dürften die Ziele zunächst schwer zu erreichen sein. Der Kraftwerksbereich Power Generation verfehlte sein bisheriges Renditeziel von mindestens zehn Prozent mit 4,5 Prozent deutlich. Auch die Medizintechnik, die Gebäudetechnik sowie die Zug- und Verkehrstechnik blieben hinter den von Löschers Vorgänger Klaus Kleinfeld aufgestellten Vorgaben zurück. Bei der Medizintechnik spielten dabei auch die Kosten für die Integration des US-Medizintechnikherstellers Dade Behring eine Rolle.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kein Ende der Korruptionskrise in Sicht.

In der schwelenden Korruptionskrise ist noch kein Ende in Sicht. Im Weihnachtsquartal habe Siemens intern 52 neue Untersuchungen aufgenommen, teilte Löscher mit. Im Zuge des Kronzeugenprogramms habe der Konzern bisher 33 Anfragen von Mitarbeitern. Vier Beschäftigten sei Amnestie gewährt worden, bei zwei Angestellten sei dies abgelehnt worden. Die Krise steht auch im Mittelpunkt der Hauptversammlung, die um 10 Uhr begonnen hat.


Bildergalerie Bildergalerie: Geht das Aufräumen bei Siemens weiter? Fragen und Antworten rund um die Hauptversammlung


Siemens will im Februar Verhandlungen mit der US-Börsenaufsicht SEC über einen Vergleich aufnehmen. "Heute nun freue ich mich, ihnen mitzuteilen zu können, dass die SEC und das US-Justizministerium ihr Einverständnis erklärt haben, in Kürze mit uns Gespräche zu führen mit dem Ziel eines umfassenden und fairen Vergleichs", sagte Aufsichtsratschef Gerhard Cromme am Donnerstag auf der Hauptversammlung laut Redetext.

Der Gesamtschaden durch die Korruptionsaffäre sei zuletzt auf insgesamt 1,6 Mrd. Euro angestiegen, sagte Konzernchef Peter Löscher laut seinem Manuskript. Die Ausgaben für Strafen und Aufklärung hätten sich bis Ende Dezember auf 1,1 Mrd. Euro summiert, die zusätzliche Steuerlast 520 Mill. Euro. Per Ende September hatte Siemens den Gesamtschaden noch auf 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro beziffert.

Siemens kündigte an, am Montag mit seinem Aktienrückkauf zu beginnen. Bis Ende April wolle der Konzern rund zwei Milliarden Euro dafür ausgeben. Insgesamt beträgt das Gesamtvolumen für das Programm bis 2010 zehn Milliarden Euro.

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