Lösung für US-Geschäft
Telekom will sich Rivalen MetroPCS schnappen

Nach dem gescheiterten Verkauf der US-Mobilfunktochter schwenkt die Deutsche Telekom um. Sie will das Geschäft durch die Übernahme der Nummer fünf im Markt ausbauen. Es könnte ein Befreiungsschlag sein.
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FrankfurtEs könnte die Lösung für die Dauerbaustelle von Telekom-Chef René Obermann sein: Der Konzern befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Zusammenschluss seiner US-Mobilfunktochter T-Mobile USA mit dem US-Mobilfunkkonzern MetroPCS. Das teilte die Telekom am Dienstag mit und bestätigte damit Informationen aus Kreisen, während von MetroPCS zunächst keine Stellungnahme zu erhalten war.

An der neuen Gesellschaft solle die Telekom die Mehrheit halten. „Die Gespräche stehen in einem Stadium, in dem wesentliche Fragestellungen noch nicht abschließend geklärt, die Verträge noch nicht unterzeichnet sind und das Zustandekommen der Transaktion noch ungewiss ist“, hieß es in der Mitteilung. Die notwendigen Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat der Telekom fehlten noch.

Branchenexperten ließen die Meldungen über eine Fusion zwischen der US-Tochter T-Mobile und dem lokalen Rivalen Metro PCS gestern Abend eher ratlos. „Beide sind eigentlich Übernahmekandidaten, keine Käufer“, hieß es. Im Zentrum steht die Frage, wie die Deutsche Telekom den Deal finanzieren will, wenn sie wirklich an dem neuen Unternehmen die Mehrheit halten möchte. Schließlich sparen die Bonner seit Jahren an allen Ecken und Enden und haben sich auch für das kommende Jahr entsprechende Ziele gesetzt.

Der Charme des vor einem Jahr gescheiterten Verkaufs von T-Mobile an AT&T für 39 Milliarden Dollar lag ja darin, dass die Bonner reichlich Geld in die Hand für Investitionen in neue Geschäftsfelder und den Ausbau schneller Glasfaser- und Mobilfunknetze bekommen hätten. Allerdings hatten die Bonner erst Ende vergangener Woche bekanntgegeben, dass sie ihre amerikanischen Mobilfunktürme gegen eine Einmalzahlung von 2,4 Milliarden Dollar an den Funkturm-Betreiber Crown Castle verkaufen oder verpachten. Dieses Geld könnte die Grundlage für den Erwerb von MetroPCS sein.

Schon im Frühjahr Spekulationen über einen Zusammenschluss beider Anbieter gegeben. Schon damals war die Rede von einem Aktientausch. Allerdings galt schon damals die Wahl von Metro PCS nicht als die optimale – das Unternehmen besitzt eine andere Netztechnologie als T-Mobile.

Die Kontakte scheinen nicht abgerissen zu sein, auch wenn die Führungsspitze der Telekom zuletzt in der Öffentlichkeit verbreitete, man wolle allein einen Weg für die kriselnde Tochter T-Mobile USA finden. „Obermann ging es erst einmal darum, wieder Ruhe in das Geschäft zu bringen. Nach dem gescheiterten AT&T-Deal waren sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter verunsichert“, heißt es aus Branchenkreisen. Vor allem Finanzvorstand Timotheus Höttges soll immer wieder alle möglichen Szenarien durchgespielt und entsprechende Sondierungsgespräche geführt haben.

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  • Hallo HB, jemand zu Hause.

    Diese online Headline an erster Stelle steht nun seit mind. 2 Stunden ... immerhin 1 Kommentar ... scheint ja das Hammer-Thema zu sein ..

  • Exzellenter Schachzug.

    Mit null Kapitaleinsatz den Marktanteil sowie Netzauslastung um 25% erhöht, verbesserte Refinanzierungsperspektive für neuen Netz-Ausbau.

    Gratulation.

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