In Debitel -Kreisen
ist zu hören, dass intensiv über die künftige Struktur einer neuen Firma Freenet/Debitel
gesprochen werde. "Spoerr und Steil kennen sich noch von früher, als Steil als Berater tätig war. Das könnte bei einer Einigung helfen", heißt es. Der Debitel -Chef
habe mit der Mail vor allem auf die Unruhe der Mitarbeiter reagieren wollen, deshalb seien die Formulierungen zurückhaltend. Debitel hatte erst Mitte 2007 den Konkurrenten Talkline übernommen, die Integration ist gerade erst abgeschlossen.
Dennoch gibt sich Steil in der internen Mail auffallend vorsichtig beim Blick auf den Freenet
-Deal.
"Soweit wir wissen, bevorzugt Freenet
eine Lösung mit uns. Nichts destotrotz kann das von uns angedachte Konstrukt noch kippen. Selbst Verhandlungen, die von beiden Seiten mit demselben Ziel geführt werden, können scheitern", schreibt er.
Gleichzeitig dürften alle Beteiligten aber mit Hochdruck an einer Einigung arbeiten. Die Transaktion ist angesichts des Konsolidierungsdrucks im Mobilfunk-Geschäft nicht nur sinnvoll. Ein Zusammengehen mit Freenet
wäre für Debitel und nicht zuletzt für Permira auch ein wichtiger Schritt. Permira ist seit 2004 bei Debitel engagiert und denkt seit längerem über einen Ausstieg nach. Doch der zunächst angedachte Börsengang ist angesichts der aktuellen Marktverfassung nicht möglich. Zudem schiebt Debitel immer noch einen Schuldenberg von rund einer Mrd. Euro vor sich her. Das ist für den Mobilfunkmarkt mit seinem ständigen Margendruck eine Belastung.
Debitel ist mit 13 Mill. Kunden der größte Service-Provider im deutschen Mobilfunk. Service-Provider verkaufen Mobilfunkverträge anderer Gesellschaften, betreiben also kein eigenes Netz. Gemeinsam mit Freenet
käme das Unternehmen auf rund 19 Mill. Kunden und würde zum drittgrößten Anbieter aufsteigen. Zum Vergleich: Die beiden Marktführer T -Mobile
und Vodafone
kommen jeweils auf etwa 30 Mill. Kunden.

