Machtkampf
Icahn strebt Ablösung von Yahoo-Chef Yang an

Der in einen Machtkampf verstrickte Internet-Konzern Yahoo! hat einen neuen Termin für seine verschobene Hauptversammlung gefunden. In seinem Streit mit dem Yahoo-Management nimmt der Großinvestor Carl Icahn einem Bericht zufolge derweil nun auch Konzernchef Jerry Yang ins Visier.

HB NEW YORK. Der Milliardär wolle Yang ablösen lassen, sollte er seine eigenen Kandidaten für das Direktorium des Internetkonzerns durchsetzen, berichtet das "Wall Street Journal". Es sei ihm ein Rätsel, warum das Microsoft-Gebot für Yahoo nicht mehr existiere, zitierte die Zeitung Icahn. "Wie kann Yahoo weiterhin sagen, dass sie bereit sind, zu verhandeln und den Konzern zu verkaufen, wenn sie den Prozess zugleich komplett sabotieren, ohne jemanden davon zu erzählen?"

Die Yahoo-Hauptversammlung wird nun am 1. August stattfinden, wie das Unternehmen am Dienstag in einer Pflichtmitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht ankündigte. Das Aktionärstreffen sollte ursprünglich bereits am 3. Juli stattfinden, war wegen Querelen mit Icahn jedoch auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben worden.

Icahn hat sich mit gut vier Prozent bei Yahoo eingekauft und will bei der Veranstaltung unter anderem eigene Kandidaten ins Direktorium bringen, um eine Wiederaufnahme der Fusionsgespräche mit Microsoft zu erzwingen. Die Yahoo-Spitze hatte zu Icahns Entsetzen ein 47,5-Milliarden-Dollar-Angebot des Softwarekonzerns als zu niedrig abgelehnt.

Yahoo teilte in einer Stellungnahme mit, das Direktorium und Yang würden jeden Vorschlag Microsofts in Betracht ziehen, der im besten Interesse der Aktionäre sei. Microsoft habe sich aber nach monatelangen Gesprächen für einen Rückzug entschieden. Ein Sprecher Microsofts wollte den Bericht nicht kommentieren. Er erklärte, beide Konzerne stünden zwar in Kontakt miteinander, hätten derzeit jedoch nichts bekanntzugeben.

Icahn bezog sich in seinen Äußerungen auf Dokumente, die am Montag im Zuge einer Klage von Yahoo-Aktionären an die Öffentlichkeit gelangt waren. Demnach hatte sich Yahoo bereits lange vor der Veröffentlichung des Microsoft-Gebots im Februar auf eine Abwehr vorbereitet.

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