Aber konkrete Ergebnisse zur Steigerung der Profitabilität sind genau das, was die Aktionäre endlich sehen wollen, nachdem der 47,5-Mrd.-Dollar-Scheck von Microsoft
geplatzt ist. Weder die Google
-Kooperation noch eine mögliche Übernahme von AOL oder eine Integration von Myspace wurden in Angriff genommen. Im Gegenteil, News Corp., Mutter von Myspace, hat Gespräche mit Yahoo dementiert.
Die drohende Aktionärsrevolte unter Führung des bulligen Aktivisten Eric Jackson setzt Yang immer stärker unter Zeitdruck. Jackson hat auch schon Yahoo-Vorstandschef Terry Semel zu Fall gebracht und vertritt nach eigenen Aussagen rund 140 Aktionäre mit drei Mill. Yahoo-Aktien. "Ich bin wütend. Alle Aktionäre sollten den gesamten Yahoo - Verwaltungsrat abwählen", so Jackson.
Zwei große Pensionsfonds erwägen Klagen vor Gericht. Capital Research Management, der größte einzelne Yahoo-Anteilseigner, hat vergangene Woche bereits unverholen seine Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht, hält sich aber noch offen, wie er am 3. Juli, dem Tag der entscheidenden Verwaltungsratssitzung, entscheiden werde.
Der Aktienkurs von Yahoo beendete die Wall-Street-Woche bei 25,93 Dollar, weit unter den 28,67 Dollar, die geboten wurden, bevor Microsoft
sein Angebot einer Komplettübernahme am 3. Mai zurückgezogen hatte. Der Kurs liegt aber noch weit über den 18,72 Dollar vor dem Angebot. Diese Differenz, so Analysten, sei ein Beweis dafür, dass die Börse kurzfristig weitere Angriffe auf Yahoo erwartet - entweder durch eine Rückkehr Microsofts
oder einen neuen, überraschenden Interessenten. Am frühen Montag notierte Yahoo bei 25,59 Dollar.

