Magazin: Festnetzsparte streicht zehntausende Stellen
Telekom plant massiven Stellenabbau

Die Deutsche Telekom plant angeblich einen deutlichen Stellenabbau bei ihrer Festnetztochter T-Com. Um die schwächelnde Sparte wieder flott zu machen, müssten bis 2008 jährlich 10 000 bis 15 000 Stellen abgebaut werden, berichtete das „Manager Magazin“ gestern.

lou DÜSSELDORF.Derzeit beschäftige T-Com rund 110 000 Mitarbeiter. Die Telekom wollte dazu nicht Stellung nehmen. Es ist aber kein Geheimnis, dass der Konzern – ähnlich wie Ex-Monopolisten in anderen Ländern – kontinuierlich Personal abbaut. Bereits in den vergangenen zehn Jahren sind bei der Telekom im Schnitt jährlich 10 000 Stellen weggefallen, das Gros davon in der Festnetzsparte.

Konzernchef Kai-Uwe Ricke hatte Ende vergangener Woche durchblicken lassen, dass künftig möglicherweise mehr Stellen pro Jahr gestrichen werden müssen. „Für endgültige Aussagen, ob das auch in Zukunft reichen wird, ist es zu früh“, sagte der Vorstandschef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in Bezug auf die 10 000 bisher gekürzten Stellen pro Jahr.

Noch im Frühjahr hatte der Konzern angekündigt, die Zahl der Beschäftigten im deutschen Festnetzgeschäft und in der Konzernzentrale solle künftig nur um fünf Prozent pro Jahr reduziert werden. Bei derzeit 120 000 Mitarbeitern in der inländischen Festnetzsparte und in der Telekom-Zentrale entspräche das etwa 6 000 Arbeitsplätzen.

Dieses Jahr ist es nicht möglich, Stellen zu streichen, weil die Telekom mit der Gewerkschaft ein Moratorium vereinbart hat. Bei dem Bonner Konzern sind Beschäftigte der Festnetzsparte – die Hälfte davon sind ohnehin Beamte – wegen einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Die Telekom gründete daher die Beschäftigungsagentur Vivento, um überzählige Mitarbeiter auszulagern.

Das „Manager Magazin“ berichtet weiter, T-Com-Chef Walter Raizner wolle das Portfolio von derzeit 700 auf etwa 80 Produkte bereinigen. Zahlreiche Prozesse von der Auftragsannahme bis zum Stördienst sollten vereinfacht und beschleunigt werden. „Wenn wir nicht aufpassen, sind wir bald ein Sanierungsfall“, zitiert das Magazin den T-Com-Chef. Analysten hatten bereits seit längerem eine Anpassung des Portfolios gefordert, die bei der T-Com jahrelang ausgeblieben war.

Die Festnetzsparte der Telekom ist einem starken Wettbewerb ausgesetzt. Im klassischen Telefongeschäft verliert sie Marktanteile, und auch im Wachstumsfeld Breitband wird die Konkurrenz zunehmend größer.

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