MairDumont-Chefin Stephanie Mair-Huydts
„Wir wollen alles perfekt machen“

Stephanie Mair-Huydts leitet seit Jahresbeginn Europas größten Reiseverlag und versucht, mit neuen Ideen die Marktführerschaft des schwäbischen Unternehmens auszubauen. Mit ihrem Willen zur Perfektion hat die quirlige Medienunternehmerin bislang Erfolg.
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KEMNAT. Wenn Stephanie Mair-Huydts auf die Karte von Venedig zeigt, springen die Finger flink zwischen den Punkten. Fein säuberlich sind Restaurants, Hotels und Läden mit Nummern versehen, damit sich der Leser des Reisebuchs nicht im Labyrinth der Gassen und Kanäle verliert. Egal, ob ein feiner Käseladen oder das versteckte Café, alles ist haargleich verzeichnet. Bei dieser Karte ist noch alles Handarbeit. Da kommt es auf Millimeter an. "Wir wollen alles perfekt machen", sagt die Buchverlegerin und lächelt zufrieden. Anfang nächsten Jahres wird die Reiseführerreihe "Dumont direkt" mit neuem Layout und Konzept erscheinen. Da darf nichts schiefgehen. Denn schließlich kostet ein solcher Relaunch Millionen.

Mit ihrem Willen zur Perfektion hat die sportlich-elegante und quirlige Medienunternehmerin bislang Erfolg. Sie baut mit immer neuen Ideen die Marktführerschaft der schwäbischen Verlagsgruppe MairDumont kontinuierlich aus. Das in Kemnat bei Stuttgart ansässige Unternehmen ist Branchenprimus in Europa. Zu MairDumont gehören Marken wie Baedeker, Falk, Marco Polo, Dumont, Stefan Loose und die deutschen Lizenzen von Lonely Planet.

Mit einem Umsatz von 180 Mio. Euro ist MairDumont der größte Touristikverlag in Europa. Der Familie von Volkmar Mair, Vater von Stephanie Mair-Huydts, gehören 66 Prozent der Anteile, seiner Zwillingsschwester Isolde Jickeli 33 Prozent.

Die Zeiten sind nicht einfach. Die Wirtschaftskrise hat der Tourismusbranche schwer zugesetzt. Darunter litten auch die Reisebücher. Die Leser werden im Internetzeitalter zudem immer anspruchsvoller. Informationen, die gestern noch aktuell waren, sind heute veraltet. Hinzu kommt, dass höhere Preise im hart umkämpften Markt kaum durchzusetzen sind. Mair-Huydts findet ihre Bücher längst zu preiswert für den Aufwand, der redaktionell dafür getrieben wird.

"Vor 20 Jahren sind wir noch in die Ferien gefahren, um uns Sehenswürdigkeiten anzusehen. Heute suchen wir nach Erlebnissen", sagt die Verlegerin, die seit 22 Jahren in dem Familienbetrieb arbeitet. Ihre Bücher reflektieren diese Sehnsucht mit Freizeit- und Gastronomietipps.

Vor dem Internet ist der Verlegerin nicht bange. Für sie ist der Bildschirm oder das Mobiltelefon einfach nur ein weiterer Verbreitungsweg. "Das Buch wird durch das Internet nicht verschwinden", meint sie. Sie investiert daher vorsichtig in das digitale Geschäft. Denn die Apps für das Apple-Handy iPhone entwickeln sich erst langsam zum Geschäft. Von einem Erfolgserlebnis wie den 20 000 verkauften Berlin-Apps von Marko Polo in den ersten vier Wochen nach der Veröffentlichung lässt sich die Strategin nicht blenden. Der Umsatz mit Online und über Handys liegt auch nach mehr als anderthalb Jahrzehnten Internet noch unter zehn Prozent bei MairDumont.

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