Marissa Mayer
Yahoo bereitet Abschied vom Internetgeschäft vor

Yahoo soll über die Abspaltung der Alibaba-Anteile entscheiden. Einem Medienbericht zufolge wird der Internetkonzern in den nächsten Tagen über drastische Optionen beraten – dabei steht auch sein Urgeschäft zur Debatte.

New YorkIn den nächsten Tagen könnte das Schicksal von Yahoo besiegelt werden. Der Verwaltungsrat, der von Mittwoch bis Freitag tagen wird, soll über drastische Optionen beraten. So stehe unter anderem auf der Tagesordnung, ob ein Käufer für Yahoos schwächelndes Internetgeschäft um die Suchmaschinen- und Display-Anzeigen gefunden werden soll, berichtet das „Wall Street Journal“.

Außerdem soll darüber diskutiert werden, ob die rund 30 Milliarden Dollar schweren Anteile am chinesischen Internethändler Alibaba wie geplant abgespalten werden. Denkbar sei auch, beide Bereiche abzuspalten, berichtet die Zeitung.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer steht seit Monaten unter Druck. Seit mehr als drei Jahren steht sie an der Spitze des krisengeschüttelten Internetkonzerns, doch der Turnaround bleibt aus. Die Aktie hat in diesem Jahr rund 33 Prozent an Wert verloren.

Der Umsatz wird 2015 wohl um acht Prozent geringer sein als im Vorjahr – auch eine Reihe von Übernahmen konnten daran nichts ändern. Konkurrenten wie Facebook und Google bauen derweil ihren Vorsprung weiter aus.

Auch wurde zuletzt über mögliche Nachfolger für Mayer spekuliert. Immer wieder hatte sie darauf hingewiesen, dass der Turnaround Zeit braucht. Doch die Investoren werden ungeduldig. Eine Reihe von hochrangigen Managern hatten in den vergangenen Monaten Yahoo verlassen und damit den Druck auf Mayer zusätzlich erhöht.

Erst im September musste die Yahoo-Chefin einen herben Rückschlag verkraften. Mayer hatte eigentlich geplant, den Alibaba-Anteil in ein separates Unternehmen auszugliedern. Das wäre ein steuersparendes Modell für die Aktionäre gewesen.

Doch die amerikanische Steuerbehörde hatte Zweifel angemeldet und ließ durchblicken, dass sie Yahoos Pläne möglicherweise nicht genehmigen wird.

Bislang ist unklar, wie Mayer weiter verfahren will. Der kritische Großaktionär Starboard hatte Yahoo zuletzt dazu gedrängt, die Abspaltungspläne fallen zu lassen und dafür das Kerngeschäft abzutrennen, um den Erlös daraus an die Aktionäre auszuschütten. Die kommenden Tage sollen nun Klarheit bringen.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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