Marke gelöscht
Telekom will „Gelbe Seiten“ nicht kampflos aufgeben

Wer kennt sie nicht, die „Gelben Seiten“? Das Buch ist die unangefochtene Nummer eins der Branchenverzeichnisse und ein steter Geldquell für den Markenbesitzer Telekom – nicht zuletzt durch die Exklusivität: Kein Konkurrent durfte den Begriff verwenden. Dieser Schutz ist aber aufgehoben geworden. Das will sich die Telekom nicht bieten lassen.

HB FRANKFURT. Das Deutsche Patent- und Markenamt in München bestätigte am Montag die Löschung der Marken „Gelbe Seiten“ und „Yellow Pages“; der „Spiegel“ hatte am Wochenende darüber berichtet. Die Telekom als Markeninhaberin habe nun vier Wochen Zeit, dagegen Beschwerde beim Bundespatentgericht einzulegen, sagte eine Amtssprecherin.

Der ehemalige Monopolist kündigte juristische Schritte an: „Uns liegt noch keine Mitteilung des Amtes vor. Sollte das Markenamt der Löschung stattgegeben haben, werden wir vor das Bundespatentgericht gehen“, sagte ein Telekom-Sprecher. Bis zur rechtskräftigen Entscheidung bleibe der Markenschutz in vollem Umfang erhalten. An der Marke hängt eine Menge Geld, ist der Eintrag in das Branchenbuch doch kostenpflichtig und hat sich bislang kaum ein Konkurrenzprodukt etablieren können.

Den Begriff „Gelbe Seiten“ hatte sich das Telekom-Vorgängerunternehmen Deutsche Bundespost 1982 für seine Branchenadress- und Rufnummernbücher eintragen lassen. Die Telekom-Tochter DeTeMedien und die konkurrierende Internet-Auskunft Go Yellow lieferten sich deswegen zahlreiche Prozesse. Go Yellow (früher Varetis) hatte im Juli 2004 den Antrag auf Löschung beider Marken gestellt, da es sich dabei um allgemein gültige Begriffe handele, die nicht geschützt werden könnten.

Go Yellow muss um eigenen Firmennamen bangen

Go-Yellow-Chef Klaus Harisch forderte am Montag, als Konsequenz aus der Entscheidung die Internet-Adresse „www.gelbe-seiten.de“ frei zugänglich zu machen. Die Behördensprecherin sagte, Namens- oder Urheberrechte am Begriff „Gelbe Seiten“ blieben von der Löschung aus dem Markenregister unberührt.

Go Yellow hatte kürzlich selbst eine juristische Niederlage erlitten, als das Landgericht München dem Unternehmen verbot, die Marke „Go Yellow“ wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Stromanbieter „Yello Strom“ zu nutzen. Go Yellow hatte angekündigt, gegen die Entscheidung in die nächste Instanz zu gehen.

GoYellow-Aktien profitierten am Montag von der Mitteilung über die Löschung. Die Papiere kletterten zeitweise um 25 Prozent und notierten zuletzt rund 10 Prozent fester bei 1,93 Euro. Die Telekom-Aktie notierte 1,2 Prozent im Minus.

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