Markt für gebrauchte Software
Firmen greifen verstärkt zu gebrauchter Software

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Deshalb greifen IT-Verantwortliche in diesen Tagen zu Mitteln, auf die sie im Boom der vergangenen Jahre keinen Gedanken verschwendet haben. Zum Beispiel, gebrauchte Software abzustoßen oder zu kaufen. Noch ist der Markt für gebrauchte Software in Deutschland sehr überschaubar.

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. „Seit Ende des vergangenen Jahres verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg der Nachfrage“, sagt Peter Schneider, Chef von Usedsoft, eines Händlers von Programmen aus zweiter Hand.

„Immer mehr Unternehmen erkennen die Potenziale gebrauchter Software in der Beschaffung und im Wiederverkauf“, bestätigt Boris Vöge vom Gebrauchtsoftwarehändler Preo. Vor allem Unternehmen der Finanzwirtschaft gingen das Thema aktiv an. Den Trend erkennt auch Axel Oppermann, Berater der Experton Group. Angesichts der Krise hätten viele Unternehmen ihre IT-Ausgaben gekürzt. Sich Lizenzen aus zweiter Hand zu beschaffen sei genau wie der Verkauf nicht mehr benötigter Software ein wirksames Mittel, das Budget zu entlasten.

Bis zu 40 Prozent der gesamten IT-Ausgaben einer Firma fließen in die Software. Experton hat bereits vor einiger Zeit errechnet, dass in Deutschland Programme im Wert von mehr als sechs Mrd. Euro ungenutzt in den Schränken der Firmen herumliegt. „Oft wird den Unternehmen erst im Nachhinein bewusst, dass sie zu viele Softwarelizenzen gekauft haben – aufgrund einer wenig transparenten Nutzerschaft oder weil sie die Anzahl ihrer Server-Plattformen überschätzt haben“, sagt Stefan Ried, Berater bei Forrester. Für diese ungenutzten Lizenzen müssen sie dann auch noch Wartungsgebühren bezahlen. Laut Ried haben viele Unternehmen vor allem bei Produkten der Marktführer Microsoft, Oracle, SAP und Siebel einen Überhang. Dies gilt gerade auch in diesem Frühjahr, da viele Firmen massiv Stellen abbauen.

Lange Zeit kam das Geschäft nicht in Schwung, weil die Softwarehersteller im Handel mit gebrauchten Programmen einen Verstoß gegen das Urheberrecht gesehen haben. Inzwischen sind zahlreiche Gerichtsurteile ergangen. Sie haben eine höhere Rechtssicherheit geschaffen. Am einfachsten funktioniert das Geschäft, wenn die Softwarehersteller über den Verkauf der Lizenzen informiert werden und ihre Zustimmung geben. Diese dürfen die Anbieter nur in ganz speziellen Fällen verweigern. „Händler wie Preo, Susensoftware oder USC haben inzwischen einen Weg gefunden, wie sie Lizenzen schnell und sicher übertragen können“, sagt Experton-Berater Oppermann.

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