Markt für Unternehmensplanungssoftware
SAP stellt Wachstum vor Gewinn

Wachstum vor Gewinnzuwachs - so lautet auch im kommenden Jahr die Devise von SAP. Die Fusionswelle auf dem Markt für Unternehmensplanungssoftware zwingt Europas größtem Softwarekonzern zu dieser Maßnahme. Dabei gilt es, langfristig zu denken.

HB FRANKFURT. „Der Markt wird nicht jedes Jahr neu aufgeteilt. Es wäre daher falsch, Kompromisse einzugehen, wenn wir Marktanteile gewinnen können“, sagte SAP-Vorstandschef Henning Kagermann gegenüber der „Börsen-Zeitung“. Höhere operative Renditen auf Kosten von Wachstum würde er „kaum akzeptieren“. „Wir werden auch 2006 nicht zu kurzfristig denken“, versprach der SAP-Chef.

SAP sei praktisch der einzige große Anbieter in der Branche, der aus eigener Kraft wachse, und müsse diese Stärke ausnutzen. Vor allem in den USA könne SAP weiter mit zweistelligen Raten wachsen. „Ich bin mir sehr sicher, dass wir dieses Niveau dauerhaft halten werden“, sagte Kagermann der Zeitung. Für das Produktgeschäft gelte das Ziel weltweit.

Die Aktionäre von SAP sollen von den erwarteten Gewinnzuwächsen überproportional profitieren. Es sei geplant, die Ausschüttungsquote auf 30 Prozent von derzeit 26 Prozent zu erhöhen, sagte Kagermann. Für 2004 hatte SAP die Dividende auf 1,10 von 0,80 Euro bereits kräftig angehoben. Die Umsatzrendite solle langfristig trotz des Hauptaugenmerks auf Wachstum weiter steigen, „auch wenn das natürlich nicht so einfach ist, wie man sich das vor ein paar Jahren vorgestellt hat“, räumte Kagermann ein. Erst in diesem Jahr hatte SAP das Ziel, bis 2007 auf eine operative Rendite von 30 Prozent zu kommen, weiter verschoben.

Mit seinen US-Wettbewerbern wie Oracle kann SAP bei der operativen Marge trotz eines Wertes von mehr als 27 Prozent nicht mithalten. Der US-Rivale ist seit mehr als einem Jahr auf Einkaufstour und hat für einen zweistelligen Milliardenbetrag die Konkurrenten PeopleSoft und Siebel erworben. Damit sei die große Übernahmewelle vorbei, sagte Kagermann dem Blatt. Die restlichen 60 Prozent des Marktes seien von kleinen Anbietern besetzt. „Ich wüsste nicht, welche großen Spieler es noch zu konsolidieren gäbe.“ Die erwarteten Probleme von Oracle bei der Integration der Zukäufe seien „nochmals eine Chance für SAP“.

Der Walldorfer Konzern selbst halte an der Strategie fest, aus eigener Kraft zu wachsen. Mit einer teuren Übernahme von Siebel „hätten wir uns nur Probleme eingekauft“, sagte der SAP-Chef. Auch mit dem US-Softwareriesen Microsoft gebe es keine Gespräche. 2004 hatte SAP überraschend eingeräumt, mit Microsoft über eine Übernahme von SAP gesprochen zu haben, was aber nur in eine Partnerschaft gemündet sei.

Mittelstandskunden sollen bis 2010 bis zu 45 Prozent zum SAP-Umsatz beitragen. „Dieses Produktsegment wächst bedeutend schneller als die anderen“, sagte Kagermann. Derzeit liege der Anteil bei 30 Prozent.

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