Markt-Studie
Aufräumen unter den Chipherstellern

Die Chiphersteller stehen vor einer Trendwende. Bis 2009 werde das Marktwachstum zum Stillstand kommen und mittelfristig werden etwa ein Drittel der derzeitigen Hersteller vom Markt verschwinden, meldet eine aktuelle Studie. Absatzchancen gebe es noch bei Laptops.

HB SAN JOSE. In diesem Jahr werde der Absatz bei Chips noch um 10,8 Prozent zulegen und bis 2008 auf 14 Prozent ansteigen. 2009 werde das jährliche Wachstum aber auf weniger als ein Prozent fallen, teilte die Marktforschungsgruppe Gartner am Mittwoch in ihrem Halbjahresbericht mit.

Der Gartner-Zuständige für den Bereich Halbleiter, Jim Tully, sagte, es zeige sich zudem, dass der Sektor mit einem Umsatz von 235 Mrd. Dollar vor einer neuen Phase der Turbulenzen stehe. Dabei würden 35 Prozent oder 350 der derzeit existierenden Chip-Hersteller verschwinden. Sie würden entweder aus dem Markt gedrängt oder von größeren Rivalen geschluckt. „Wir haben eine Abschwächung der Märkte, steigende Kosten, fallende Chip-Preise und Absatzmärkte, die verschwinden. Das lässt nur einen Schluss zu: Es werden weniger Arten von Chips produziert werden und es wird zugleich weniger Anbieter geben“, sagte Tully.

Zudem würde das für die Unternehmen nötige Wachstum die Konsolidierung der Branche antreiben. „Die Chiphersteller müssen viel größer werden, um die steigenden Produktionskosten stemmen zu können. Und die einzige Möglichkeit zu wachsen, sind Zusammenschlüsse“, sagte Tully. Aus eigenen Stücken zu wachsen, würde immer schwieriger. Der Aufbau einer neuen Fabrik würde üblicherweise zwei Jahre in Anspruch nehmen und mindestens zwei Milliarden Dollar kosten. Nur eine handvoll Firmen könnten sich das leisten.

Große Absatzchancen sieht Gartner vor allem bei Laptops. Der Trend ginge zunehmend hin zu den tragbaren Computern, so dass die großen PCs zu Hause ausgetauscht würden. „Laptops sind modern geworden und der Austausch in diesem Markt wächst“, teilte Gartner mit. Die Gruppe rechnet bei Laptops in diesem Jahr mit einem Wachstum von 26 Prozent, allerdings würde sich dies bis 2010 auf 14 Prozent verlangsamen. Der Chipbedarf für Personal Computer allgemein werde um die neun Prozent bis 2009 stabil bleiben.

Die Nachfrage bei Mobiltelefonen würde getrieben durch neue Märkte und die Entwicklung von neuen Handys, über die man auch Videos schauen und im Internet surfen kann, in diesem Jahr um 18 Prozent steigen.

Zuvor hatte der US-Handelsverband SAI mitgeteilt, nach seiner Schätzung werde der Halbleiter-Absatz 2006 um 9,8 Prozent und 2007 um elf Prozent wachsen.

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