Marktsättigung in Europa
Vodafone baut Konzernstruktur um

Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone will mit einer Neuordnung der Geschäftsstruktur sein Wachstum in Schwellenländern und bei neuen Technologien ankurbeln. Auf die Marktsättigung in Westeuropa reagieren die Briten derweil mit Sparmaßnahmen.

HB LONDON/DÜSSELDORF. Neben dem Bereich Europa mit Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien gliedert Vodafone sein Geschäft in die Sparten „Schwellenländer/Wachstumsländer“ und „Neue Dienste“ auf, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Bislang waren die einzelnen Landesgesellschaften direkt der Zentrale in London unterstellt. Experten begrüßten den Konzernumbau: „Die neue Organisation ist positiv, da Vodafone besser Synergien erzielen kann“, sagte Martin Gutberlet von der Marktforschungsfirma Gartner. Allerdings bleibe abzuwarten, ob die neue Struktur greife oder nur ein reiner Überbau sei.

Für das wichtige Geschäft in Europa ist künftig Bill Morrow zuständig, der bislang für Japan verantwortlich war. Vodafone steht vor dem Verkauf seiner japanischen Tochter an den DSL-Anbieter Softbank. Wie auch in Japan zeichnet sich das Geschäft in Europa durch eine zunehmende Sättigung der Märkte aus. Die Margen sind daher in den vergangenen Monaten unter Druck geraten, was durch den Einstieg von Billiganbietern ins Handy-Geschäft noch verschärft wurde. Allein in Deutschland sollen die Tarife für Handy-Gespräche im laufenden Jahr um bis zu 20 Prozent sinken.

Die deutsche Vodafone D2 hatte daher bereits ihre Sparbemühungen verstärkt. Dem Vernehmen nach sollen rund 500 Stellen im Bereich Technik gestrichen werden, wobei das Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten wolle. Mit der neuen Struktur sollten nun weitere Arbeitsplätze etwa im Vertrieb wegfallen, hieß es in unternehmensnahen Kreisen. Ein Vodafone-Sprecher sagte hingegen: „Für uns in Deutschland hat die neue Struktur keine Auswirkungen.“

Kräftig bei den Kundenzahlen zulegen will Vodafone weiterhin in den noch ungesättigten Mobilfunkmärkten in Europa und Asien. In dem Geschäftsbereich seien zudem die Beteiligungen in den USA (Verizon Wireless) und China Mobile enthalten. Vodafone hatte in den vergangenen Monaten das Geschäft in Indien und Südafrika ausgebaut. Entgegen Marktgerüchten will Vodafone-Chef Arun Sarin an der amerikanischen Beteiligung festhalten.

Mit der Schaffung des dritten Bereichs „Neue Dienste“ will Vodafone vom Zusammenwachsen von Festnetz und Mobilfunk profitieren. Der deutsche Manager Thomas Geitner verantwortet künftig das zukunftsträchtige Geschäft. Vodafone hatte sich bislang vor allem als reiner Mobilfunkanbieter verstanden und Beteiligungen an Festnetzunternehmen wie Arcor daher zum Verkauf gestellt. „Dieser Plan ist mittlerweile vom Tisch“, hieß es in den unternehmensnahen Kreisen. Arcor werde nicht verkauft.

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