Marktumfeld weiter unsicher
Chip-Ausrüster ASML enttäuscht mit Quartalsverlust

Der niederländische Ausrüster für Chipfabriken, ASML, hat im zweiten Quartal 2003 einen höher als erwarteten Verlust ausgewiesen und den Abbau von weiteren 550 Arbeitsplätzen angekündigt.

Reuters VELDHOVEN. Erst im vierten Quartal werde der Konzern wieder nahe an die Gewinnschwelle herankommen. „Im vierten Quartal werden wir - mit einem entsprechenden Auftragsvolumen - dem Breakeven nahe kommen“, sagte ASML-Chef Doug Dunn der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Pressekonferenz zu den Quartalszahlen am Mittwoch. Die Verluste aus dem ersten Halbjahr werde der Konzern in der zweiten Hälfte wahrscheinlich nicht wettmachen können, auch wenn sich die Ergebnisse von Quartal zu Quartal verbessern würden.

Das Marktumfeld sei weiter unsicher, weil sich die Chipfirmen nach wie vor mit Investitionen zurück hielten, sagte Dunn. Deshalb müsse ASML, weltweit größter Hersteller von Lithographiemaschinen, Kosten senken und nochmals elf Prozent der Stellen oder 550 Arbeitsplätze abbauen. Ziel sei es, bis zum ersten Quartal 2004 die Gewinnschwelle schon bei 130 im Jahr verkauften Maschinen zu erreichen statt wie geplant bei 160.

An der Amsterdamer Börse starteten die ASML-Aktien zunächst mit Kursverlusten von mehr als zwei Prozent, drehten später aber ins Plus und notierten am Vormittag 0,2 Prozent höher bei 11,16 Euro. Trotz der schwachen Quartalszahlen gebe es die Hoffnung, dass sich der Halbleitermarkt und damit auch die Nachfrage nach Maschinen zur Chipherstellung erhole, hieß es bei den Analysten. Im Juli waren die ASML-Aktien schon um 44 Prozent gestiegen.

Auftragsbestand deutlich gesunken

ASML leidet wie die japanischen Konkurrenten Nikon und Canon unter einer der schlimmsten Krisen in der Chipausrüster-Industrie und verzeichnete den vierten Quartalsverlust in Folge. Mit 64 Millionen Euro fiel der Fehlbetrag im zweiten Quaral deutlich höher als von den Experten mit 41,7 Millionen Euro prognostiziert aus. Vor einem Jahr hatte ASML noch einen Gewinn von 40 Millionen Euro erwirtschaftet. Auch der Umsatz lag mit 329 Millionen Euro deutlich unter den erwarteten 399 Millionen Euro. Den Cashflow bezifferte ASML mit 215 Millionen Euro.

Als besonders enttäuschend bezeichneten die Analysten den Rückgang des Auftragsbestands von 62 Maschinen von noch 87 Einheiten Ende des ersten Quartals. „Die schwache Auftragslage und der Stellenabbau zeigen, dass das Geschäft noch ziemlich hart ist. Aber ich erwarte, dass sich die Aufträge im zweiten Halbjahr verbessern“, sagte Jeroen Bos, Technologieanalyst bei der Fortis Bank. „Wenigstens der positive Cashflow ist eine gute Nachricht“, fügte er hinzu.

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