„Massive“ gekauft
Microsoft lässt sich Google-Angriff was kosten

Der weltgrößte Softwarehersteller ist weiter auf Einkaufstour. Microsoft hat das US-Unternehmen Massive, das Werbung in Internet-Spielen schaltet, übernommen. Für den Angriff auf Google greift das Unternehmen aus Redmond zudem noch einmal tief in die Tasche.

HB REDMOND. Die Ausgaben für das Online-Anzeigengeschäft, das MSN-Portal und neue Suchtechnologien werden insgesamt im dem im Juli startenden Geschäftsjahr um 60 Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar aufgestockt, kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer am Donnerstag (Ortszeit) in Redmond an. Davon gehen allein 1,1 Mrd. Dollar in Forschung und Entwicklung.

Microsoft sei in dem Markt für Online-Suche sehr ernsthaft engagiert, sagte Ballmer. „Nur zwei bis drei Unternehmen können wirklich die Infrastruktur liefern, die mit den Anforderungen der Konsumenten und Anzeigenkunden Schritt halten kann.“ Derzeit dominiert der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber Google diesen Markt mit Abstand. Allein in den USA laufen nach Angaben von Nielsen NetRating 49 Prozent aller Suchanfragen über Google. Microsofts MSN Search rangiert derzeit mit 10,9 Prozent an dritter Stelle, noch hinter Yahoo mit 22,5 Prozent der Suchanfragen. Die Investitionen ab Beginn des neuen Fiskaljahres seien ein Beleg für das Bestreben des Unternehmens, im Internet die Nummer eins zu sein, sagte Ballmer.

Einstieg in Werbung in Videospielen

Zudem will Microsoft ein bislang noch weitgehend unerschlossenes Geschäftsgebiet besetzen - Werbung in Videospielen. Dazu übernimmt der weltgrößte Softwarekonzern die darauf spezialisierte Firma Massive, bestätigte der für die Spielekonsole Xbox zuständige Microsoft-Manager Robbie Bach. Die in New York ansässige Firma mit derzeit rund 80 Mitarbeitern Verträge unter anderem mit führenden Spiele-Publishern wie THQ und Konami.

Für Anzeigenkunden sei es derzeit sehr schwer, die lukrative Zielgruppe der männlichen 18- bis 34-Jährigen anzusprechen, da diese immer weniger am Fernseher als vor Computerspielen säßen, argumentierte Microsoft-Managerin Joanne Bradford. Der Markt für Anzeigen in Computer- und Videospielen dürfte von 56 Mill. Dollar im vergangenen Jahr bis 2010 auf 732 Mill. Dollar anwachsen, schätzt Mike Goodman, Analyst der Yankee Group Research in Boston.

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