Massive Sicherheitsprobleme befürchtet
BND warnt vor Sistema-Einstieg bei Telekom

Der Bundesnachrichtendienst (BND) befürchtet einem Zeitungsbericht zufolge massive Sicherheitsprobleme, sollte der russische Konzern Sistema in großem Stil bei der Deutschen Telekom einsteigen.

HB BERLIN. Der BND habe „erhebliche Bedenken“ gegen den Verkauf eines größeren Aktienpakets der Telekom an das Unternehmen des Milliardärs Wladimir Jewtuschenkow geäußert, berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Wirtschaftskreise. Der Oligarch will nach unbestätigten Informationen bis zu einem Viertel der Anteile erwerben.

Der BND selbst lehnte dem Bericht zufolge jede Stellungnahme dazu ab. Doch Sicherheitskreise hätten die Sorge bestätigt und auf die rege Spionage russischer Geheimdienste in Deutschland verwiesen, hieß es in dem Bericht. „Wir sehen die Gefahr, dass Unbefugte in die Telekommunikation zwischen Behörden, zwischen Wirtschaftsunternehmen und zwischen Privatpersonen eindringen“, zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten Sicherheitsexperten.

Im europäischen Vergleich seien Russlands Geheimdienste mit ihrer Personalstärke in Deutschland deutlich überrepräsentiert, heißt es weiter. Außerdem warnten deutsche Sicherheitskreise, eine größere Beteiligung der Sistema-Mobilfunktochter MTS an der Telekom sei auch ein Risiko für deren Verschlüsselungscodes.

Vor gut einer Woche hatte der Mischkonzern Sistema erstmals öffentlich sein Interesse an einem Einstieg bei der Telekom bestätigt, die Höhe der angestrebten Beteiligung aber offen gelassen. Jewtuschenkow hatte betont, Sistema würde nie ohne Zustimmung der Bundesregierung bei der Deutschen Telekom einstiegen. Gerüchte, er strebe eine Sperrminorität bei dem Bonner Konzern an, hatte der Unternehmer scharf zurückgewiesen. Zugleich betonte er, keinerlei politische Ziele zu verfolgen. Hinter dem Einstiegsversuch des russischen Mischkonzerns steht als Berater Ex-Telekom-Chef Ron Sommer.

Der russische Mischkonzern ist für die Telekom kein Unbekannter. Im vergangenen Jahr hatte sich Sistema die Führungsposition am russischen Mobilfunkbetreiber OJSC Mobile TeleSystems (MTS) gesichert. Damit war Sistema den Bonnern in die Quere gekommen, die selbst auf die Führung bei MTS gehofft hatten und sich darauf hin aus dem russischen Mobilfunkmarkt zurückzogen.

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