Massiver Stellenabbau
Bei Viva verlieren 270 von 290 Leuten ihren Job

Beim Kölner Musiksender Viva sind nach Angaben des Betriebsrates weit mehr Stellen bedroht als bislang bekannt. „Von 290 Leuten verlieren 270 ihren Job“, sagte Betriebsrat Thomas Diekmann am Dienstag in Köln.

HB KÖLN. Die zuvor von MTV-Geschäftsführerin Catherine Mühlemann vorgelegten Zahlen zu geplanten Entlassungen sind seiner Meinung nach nicht korrekt. „Die genannten 600 Stellen umfassen auch die Fernsehproduktionsfirma Brainpool mit 300 Mitarbeiten. Bei Viva allein sind derzeit 290 Beschäftigte.“

MTV-Chefin Mühlemann hatte angekündigt, bei den Musiksendern Viva Fernsehen und Viva Plus sollten 120 Mitarbeiter entlassen werden. Weitere 90 befristete Verträge würden nicht verlängert. Das „Musikfernsehgeschäft“ von Viva solle in Berlin angesiedelt, das „Entertainment-Geschäft“ mit der zu Viva gehörigen Firma Brainpool in Köln und dem zweiten Sender Viva plus konzentriert werden. MTV-Mutter Viacom hat die Mehrheit an Viva übernommen und strebt einen Beherrschungsvertrag an. Bislang hatte der Konzern stets darauf verwiesen, dass konkrete Planungen erst nach der Eintragung des Vertrags bekannt gegeben werden.

Betriebsrat wirft MTV Schönfärberei vor

„Dieser Vertrag muss noch von einem Richter in Köln eingetragen werden, und wir hatten darauf gehofft, dass das zeitnah geschieht, aber wir warten weiterhin“, sagte eine MTV-Sprecherin am Dienstag. Deshalb habe man nach einer anderen Möglichkeit gesucht, die Planungen bekannt zu geben. Der Grund: „Alle Leute hängen in der Luft“, sagte die MTV-Sprecherin. Nach einer Aufsichtsratssitzung am Montag, bei der die Umstrukturierung „einstimmig abgenickt“ worden sei, habe MTV-Chefin Mühlemann sofort den Viva-Betriebsrat informiert. „Die MTV-Planungen sind nun vorgestellt, und jetzt beginnen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat.“

MTV bekräftigte die von Mühlemann genannten Zahlen. Demnach fallen rund 120 Jobs weg, 90 Verträge werden nicht verlängert. Zudem gehen rund 20 Beschäftigte zu Brainpool, und etwa fünf wechseln in das Kölner Büro von Viva-Gründer Dieter Gorny. „Bei MTV, Viva Fernsehen und Viva Plus sollen weitere 60 Beschäftigte arbeiten“, sagte die MTV-Sprecherin.

Betriebsrat Diekmann sagte dagegen: „In Zukunft werden bei Viva nur noch rund 20 Leute arbeiten. Die von MTV bekannt gegebenen Zahlen sind Schönfärberei.“ Nach seinen Angaben wird am 15. März in Köln erneut über eine einstweilige Verfügung gegen den Vorstand der Viva Media AG vor Gericht verhandelt. „Dabei geht es immer noch darum, dass der Betriebsrat in die Planung einbezogen wird“, sagte Diekmann. Weitere Gespräche mit der MTV-Chefin soll es in der kommenden Woche geben.

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