Massiver Stellenabbau nach Gewinneinbruch
Digitalkameras machen Kodak zu schaffen

Der weltgrößte Fotokonzern Eastman Kodak hat trotz eines Umsatzwachstums im vierten Quartal 2003 erheblich weniger verdient als im Vorjahr. Nun will der Fotofilm-Hersteller in den kommenden drei Jahren weltweit ein Fünftel seiner Belegschaft entlassen. Mit diesem dramatischen Schritt soll die Umstellung auf die digitale Fotografie vorangetrieben werden.

HB NEW YORK. Durch die Streichung von 12 000 bis 15 000 Stellen und andere Maßnahmen zur Kostensenkung sollten bis 2007 zwischen 800 Mill. und einer Milliarde Dollar eingespart werden, teilte Kodak am Donnerstag mit. In diesem Zeitraum seien Sonderbelastungen von 1,3 Mrd. bis 1,7 Mrd. Dollar zu erwarten. Das Unternehmen gab zugleich bekannt, dass der Gewinn im letzten Quartal des vergangenen Jahres angesichts eines stark schrumpfenden Marktes für klassische Film-Fotokameras um 83 % auf 19 Mrd. Dollar eingebrochen sei. Dies entspreche sieben Cent je Aktie, verglichen mit 39 Cent je Aktie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Kodak-Aktie legte nach Veröffentlichung der Kürzungspläne vorbörslich auf 28,60 Dollar nach einem Vortagesschluss von 27,46 Dollar zu.

„Wenn man so viele Menschen entlassen muss wie wir, ist das offensichtlich eine schreckliche Belastung, aber wir wissen, dass wir es um einer besseren Zukunft für das ganze Unternehmen willen tun“, sagte Kodak-Chef Daniel Carp in einem Interview Reuters. Der Konzern hatte seinen Strategiewechsel im vergangenen Herbst angekündigt. Im Zentrum steht eine deutliche Verkleinerung seiner Produktion und die zukünftige Herstellung von Produkten mit hohem Wachstumspotenzial. In den zurückliegenden fünf Jahren hatte das Unternehmen die Zahl seiner Beschäftigten bereits um 22 000 verringert. Wie es hieß, dürften von den neuen Stellenstreichungen vor allem Mitarbeiter in Tochterfirmen betroffen sein, die Kodak in jüngster Zeit übernommen hat.

Den Quartalsgewinn aus dem laufenden Geschäft ohne die Berücksichtigung von Restrukturierungskosten und andere Einmaleffekte bezifferte Kodak auf 199 Mill. Dollar oder 70 Cent je Aktie. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt 52 Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um zehn Prozent auf 3,778 Milliarden.

Für 2004 erwartet Kodak einen Reingewinn zwischen 80 Cent und 1,30 Dollar je Aktie. Der Gewinn aus dem operativen Geschäft solle zwischen 2,25 und 2,55 Dollar je Aktie liegen, der Umsatz zwischen 13,8 Mrd. und 14,2 Mrd. Dollar. Vorstandschef Daniel Carp sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Kodak werde 2004 voraussichtlich weniger Geld für Übernahmen ausgeben, als im vergangenen Jahr. 2003 seien dies rund eine Milliarde Dollar gewesen.

Die wachsende Nachfrage nach Digitalkameras hatte Kodak bereits im dritten Quartal einen Gewinneinbruch beschert. In der vergangene Woche kündigte Kodak an, in den USA, Kanada und Westeuropa überhaupt keine Fotofilmkameras mehr verkaufen zu wollen. Im November hatte die Firma einen Ausstieg aus der Entwicklung von Bildern in Deutschland und den Verkauf seiner zehn Laborbetriebe angekündigt.

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