MCI hatte sich bereits für Verizon entschieden
Qwest kämpft mit neuem Angebot um MCI

Der US-Telekomkonzern Qwest hat sein milliardenschweres Angebot zur Übernahme des Konkurrenten MCI aufgebessert. Damit will Qwest seinen Wettbewerber Verizon aus dem Rennen schlagen, dessen Offerte MCI bereits akzeptiert hat.

HB WASHINGTON. Der jetzt offerierte Kaufpreis von rund acht Milliarden Dollar (6,1 Mrd. Euro) war zwar unverändert, doch hat Qwest den MCI-Aktionären eine Garantie gegen Qwest-Kursverluste während der Übernahmezeit eingeräumt. Außerdem sollen die Barauszahlungen beschleunigt werden.

Damit versucht Qwest doch noch den US-Telefonriesen Verizon aus dem Feld zu schlagen. MCI hatte kürzlich ein Verizon-Übernahmeangebot von rund 6,7 Milliarden Dollar oder 20,75 Dollar je eigene Aktie akzeptiert, obwohl eine höhere Offerte von Qwest vorlag.

Qwest bezifferte den Wert des Angebots auf unverändert 24,60 Dollar je MCI-Aktie. Die MCI-Aktien waren nachbörslich um 2,20 Prozent auf 22,70 Dollar je Aktie gefallen weil der Kaufpreis nicht erhöht worden war. Der MCI-Verwaltungsrat werde die neue Qwest- Offerte „sorgfältig prüfen“, erklärte das Unternehmen.

Die MCI-Aktionäre sollen sechs Dollar je Aktie in bar in Form regulärer MCI-Quartals- und einer Sonderdividende bekommen. Bei Abschluss der Transaktion sollen weitere 3,10 Dollar in bar je MCI- Anteil gezahlt werden. Die MCI-Aktionäre sollen außerdem 15,50 Dollar in Form von Qwest-Aktien je eigene Aktie erhalten. Das Angebot sei gemessen an den Schlusskursen vom Donnerstag um rund 20 Prozent höher als die Verizon-Offerte, betonte Qwest.

Einige MCI-Großaktionäre hatten sich gegen die nach ihrer Meinung zu niedrige Verizon-Offerte ausgesprochen. MCI wird von Qwest und Verizon umworben, weil die Gesellschaft über Millionen Unternehmenskunden in aller Welt und über eines der größten weltweiten Hochleistungsnetze verfügt. Darüber läuft auch ein erheblicher Teil des Internetverkehrs. Dagegen schrumpft das reguläre Ferngesprächsgeschäft rasch weiter.

MCI mit Sitz in Ashburn (Bundesstaat Virginia) ist aus der in den schlimmsten US-Bilanzskandal verwickelten Telekom-Firma WorldCom hervorgegangen. Der MCI-Umsatz ist 2004 deutlich um 15 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar gefallen, teilte die Gesellschaft am Freitag mit. MCI hatte 2004 wegen hohen Wertberichtigungen und anderen Sonderentwicklungen einen Verlust von 3,9 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor sei wegen finanzieller Auswirkung von Reorganisationsaktivitäten ein Gewinn von 22,2 Milliarden Dollar angefallen.

Klammert man Sonderfaktoren aus, hätte MCI 2004 einen operativen Gewinn von 2,2 (Vorjahr: drei) Milliarden Dollar verbucht. MCI-Konzernchef Michael Capellas hatte MCI mit den Restrukturierungen und Wertberichtigungen für den Verkauf fit gemacht. MCI rechnet für 2005 mit einem Umsatzrückgang auf 18 bis 19 Milliarden Dollar und mit einem operativen Gewinn von 1,8 bis zwei Milliarden Dollar.

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