McLaren : Rennwagen-Schmiede dementiert Gespräche mit Apple

McLaren
Rennwagen-Schmiede dementiert Gespräche mit Apple

Apple soll Medienberichten zufolge am britischen Sportwagen-Hersteller McLaren interessiert sein. Im Gespräch seien eine Komplettübernahme oder eine strategische Beteiligung. McLaren weist die Gerüchte aber klar zurück.

LondonEs ist das bisher heißeste Gerücht zu Apples Autoplänen: Der iPhone-Konzern zeigt laut Medienberichten Interesse an dem britischen Sportwagen-Anbieter McLaren. Im Gespräch seien eine komplette Übernahme oder eine strategische Beteiligung, schrieben die „Financial Times“ und die „New York Times“ am Mittwoch unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen.

Die Gespräche hätten bereits vor einigen Monaten begonnen. Die Verluste schreibende Autofirma, zu der auch ein Formel-1-Team gehört, könne eine bis eineinhalb Milliarden Pfund (bis zu 1,74 Mrd Euro) wert sein, hieß es.

„Apple kommentiert grundsätzlich keine Gerüchte und Spekulationen“, sagte ein Apple-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt. Zwei Sprecher des britischen Autokonzerns wiesen den Bericht mit klaren Worten zurück: „McLaren ist nicht mit Apple im Gespräch über eine mögliche Investition“, sagten sie dem Handelsblatt.

Die „New York Times“ berichtete auch, Apple sei in Gesprächen über den Kauf des Start-ups Lit Motors aus San Francisco, das selbstbalancierende elektrische Motorräder entwickele. Apple habe bereits mehrere frühere Mitarbeiter von Lit eingestellt.

McLaren baut straßentaugliche PS-starke Sportwagen, die ab 160.000 und bis zu einer Million Euro kosten können. Im vergangenen Jahr stellte McLaren etwas über 1.600 Fahrzeuge her. Zugleich ist die Firma aber nicht zuletzt durch ihren Formel-1-Rennstall auch stark beim Einsatz innovativer Kunststoff-Materialien und der Autoelektronik. Insofern müssten aus dem Zusammenschluss nicht zwingend nur unbezahlbare Straßenflitzer hervorgehen.

Über Apples Pläne für das Autogeschäft wird schon seit Anfang 2015 spekuliert, während der Konzern selbst sich dazu bedeckt hält. Zuletzt hieß es in Medienberichten, der Fokus verlagere sich eher auf die Entwicklung von Software für Roboterwagen statt der ursprünglichen Pläne für den Bau eines eigenen Elektroautos. Das gebe Apple aber mehr Flexibilität, wenn der Konzern sich doch dafür entscheide, sich mit einem etablierten Autobauer zusammenzutun oder einen zu kaufen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg im Juli.

Vor zehn Tagen berichtete die „New York Times“ dann, Apple habe angefangen, selbstfahrende Autos zu testen. Die Roboterwagen seien auf eingeschränkten Strecken in abgeschirmter Umgebung unterwegs.

In diesem Jahr investierte Apple bereits überraschend eine Milliarde Dollar in den chinesischen Fahrdienstvermittler Didi Chuxing. Konzernchef Tim Cook sprach von einer strategischen Investition in den Uber-Konkurrenten.

Bei dem genannten Preisniveau für McLaren wäre das der zweitgrößte Zukauf von Apple nach der Übernahme des Kopfhöreranbieters Beats Electronics samt angeschlossenem Musik-Streamingdienst für drei Milliarden Dollar.

Apple sitzt auf Geldreserven von 230 Milliarden Dollar. Mehr als 90 Prozent davon lagern außerhalb der USA, vor allem in Irland. Die EU-Kommission forderte von Apple gerade erst, potenziell mehr als 13 Milliarden Euro Steuern an Irland nachzuzahlen, weil die Steuervereinbarungen mit dem Land als illegale Beihilfe eingestuft wurden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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