Media-Analyse

Radio verliert an Reichweite

Die deutschen Radiosender haben laut Media-Analyse weniger Hörer. Bei den ARD-Wellen sind die Verluste höher als bei den Privaten. Erstmals wurden die Folgen der letzten Volkszählung in der Erhebung berücksichtigt.
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Ein nicht unerheblicher Teil der Hörerverluste deutscher Radiosender ist auf neue Daten aus der Volkszählung zurückzuführen. Quelle: dpa
Hörerschwund

Ein nicht unerheblicher Teil der Hörerverluste deutscher Radiosender ist auf neue Daten aus der Volkszählung zurückzuführen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Abstand zwischen ARD-Wellen und Privatsendern hat sich auf dem deutschen Radiomarkt verringert. Die öffentlich-rechtlichen Wellen liegen mit 37,49 Millionen Hörern pro Werktag aber nach wie vor klar vorne. Die Privatsender kommen im Schnitt auf 31,34 Millionen. Dies geht aus der am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Media-Analyse (MA) her.

Die Reichweite der deutschen Radiosender ist im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung vom März dieses Jahres gesunken. Der Rückgang bei der Reichweite war allerdings erwartet worden, da die neue MA erstmals die Volkszählung von 2011 berücksichtigt hat. Die Verluste der ARD-Sender (minus drei Prozent) sind dabei größer als die der Privatwellen. Diese büßen nur zwei Prozent der Hörer ein.

Der Zensus hatte ergeben, dass die Einwohnerwahl in Deutschland um 1,5 Millionen geringer ist als angenommen. Die Zahl der möglichen Radiohörer (ab zehn Jahre) hat sich damit bundesweit um 1,3 Millionen (1,8 Prozent) reduziert.

Meistgehörter Radiosender in Deutschland bleibt mit Abstand das private Radio NRW. Der Verbund aus Lokalsendern kommt auf 1,667 Millionen Hörer pro Stunde, ein Zuwachs von knapp drei Prozent. Auf Platz zwei bleibt trotz eines Verlusts von mehr als zehn Prozent Antenne Bayern mit 1,22 Millionen. Die Radio-Kombi Baden-Württemberg folgt mit 1,156 Millionen. Die öffentlich-rechtliche Popwelle SWR3 belegt weiter Platz vier mit 1,091 Millionen vor der WDR-Welle 1Live (1,059 Millionen).

Was die Chefs von ARD und ZDF einstreichen
dr_helmut_reitze
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Fast alle Sender der ARD legen mittlerweile die Verdienste ihrer Intendantin oder ihres Intendanten offen. Einzige Ausnahme: der Hessische Rundfunk (HR). Das Gehalt des Intendanten Helmut Reitze (Foto) ist Verschlusssache. Der „Focus“ und die „Süddeutsche Zeitung“ schätzten das Gehalt Reitzles einmal auf 215.000 bis 220.000 Euro. Die Gehälter der anderen Senderchefs sind allerdings öffentlich – und jetzt hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auch ihre Nebenverdienste recherchiert.

Thomas Kleist
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Thomas Kleist ist Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR). In diesem Jahr wird Kleist nach „Spiegel“-Angaben 216.762 Euro verdienen. Besonders interessant ist jedoch Kleists Nebenverdienst. Auf 16.620 Euro zusätzlich kommt Kleist – der Chef des kleinen SR streicht damit nebenbei mehr ein, als so mancher Intendant eines größeren Senders.
Nebenbei verdienen die Intendanten meistens durch Aufsichtsratsposten bei ARD-Tochterunternehmen. Die Tätigkeiten gehören zwar zum Job dazu, die Vergütung gibt es aber zusätzlich.

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Als Dagmar Reim im Jahr 2003 Intendantin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) wurde, war sie die erste Frau an der Spitze einer ARD-Anstalt. Die RBB-Chefin verdient mittlerweile 228.000 Euro (2012). Nebenher bekam sie 12.000 Euro – von denen sie allerdings 3000 Euro spendete.

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Beim kleinsten und ärmsten Sender der ARD, Radio Bremen, verdiente Jan Metzger im vergangenen Jahr 246.000 Euro. Bis zum Jahr 2012 gab es zudem 12.000 als Nebenverdienst für den Intendanten. Seit März bezieht Metzger allerdings keine Vergütung mehr für seine Aufsichtsratstätigkeit bei der Sendertochter Bremedia.

MDR will sich neu erfinden - Intendantin zieht 100-Tage-Bilanz
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Karola Wille ist die Chefin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Im Jahr 2012 kam Wille auf ein Jahressalär von 247.801 Euro. Dazu kommen Nebenverdienste, die sich auf 21.888 Euro summieren. Bei der Compliance-Beauftragten des MDR hat Wille laut „Spiegel“ allerdings eine Untersuchung zum Thema Nebenverdienste in Auftrag gegeben.

ZDF-Intendant Thomas Bellut
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„Mainzelmann“ Thomas Bellut ist seit dem 15. März 2012 Intendant des ZDF. Bis zum Jahresende verdiente Bellut beim Zweiten 276.173 Euro. Dazu kamen 33.291 Euro aus Nebenjobs.

40 Jahre "Sesamstraße"
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Lutz Marmor – hier bei der Pressekonferenz zum 40. Geburtstag der Sesamstraße – erhält als Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR) im laufenden Jahr 305.417 Euro. Obendrauf gibt es 27.000 Euro – unter anderem aus Mandaten bei zwei Banken und einer Versicherung.

Unter den werbefreien bundesweiten Sendern kommt der Deutschlandfunk auf 1,548 Millionen Hörer – allerdings am Tag. Dies ist ein Verlust von sechs Prozent. Deutschlandradio Kultur (469.000) gewinnt dagegen fast drei Prozent dazu.

Für die Radio-MA wurden rund 80.000 Telefoninterviews mit deutschsprachigen Bürgern im Alter ab zehn Jahren geführt. Erstmals wurden 8000 Mobilfunkanschlüsse angerufen, um die Hörgewohnheiten der Jüngeren präziser zu erfassen. Die Daten sind auch für die Preise der Werbespots wichtig. Erhoben werden sie zweimal im Jahr von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, einem Zusammenschluss von Unternehmen aus der Werbe- und Medienwirtschaft.

  • dpa
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