Mediaset und Vivendi
Streit nach geplatztem Pay-TV-Verkauf eskaliert

Vivendi-Chef Vincent Ballore will eine europäische Mediengruppe aufbauen – und dafür den italienischen Konkurrenten Mediaset übernehmen. Doch nun gibt es Unstimmigkeiten über den Preis – und eine Schadenersatz-Klage.

Mailand, ParisNach dem geplatzten Verkauf des Bezahlfernseh-Geschäfts der italienischen Mediaset an Vivendi aus Frankreich gibt es heftigen Streit zwischen beiden Unternehmen. Die von der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset kündigte am Donnerstag eine Schadenersatz-Klage gegen Vivendi an. Die Franzosen hätten einen bindenden Vertrag unterzeichnet und wollten diesen jetzt nicht einhalten, hieß es zur Begründung. Vivendi erklärte daraufhin, man erwäge eine Verleumdungsklage gegen Mediaset wegen Rufschädigung.

Mediaset hatte am Dienstag mitgeteilt, Vivendi sei nicht mehr an der gesamten Pay-TV-Sparte „Premium“ interessiert. Stattdessen wolle der französische Konzern nur noch 20 Prozent des Bereichs übernehmen und über eine Wandelanleihe mit 15 Prozent bei Mediaset einsteigen. Zuvor hatte es einem Insider zufolge Unstimmigkeiten über den Preis für „Premium“ gegeben. So habe Vivendi-Chef Vincent Ballore eine Reduzierung des Kaufpreises für „Premium“ verlangt, weil er der Meinung sei, die Sparte sei die ursprünglich vereinbarten 800 Millionen Euro nicht wert. Bollore will eine europäische Mediengruppe aufbauen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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