Medien
Bauer-Verlag kauft Australiens Zeitschriften-Primus

Mit einer Großübernahme steigt der Bauer-Verlag in Australien ein. Der Zukauf sei Teil der globalen Wachstumsstrategie des Verlags, teilte das Unternehmen mit. Zudem solle damit das Digitalgeschäft gestärkt werden.
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Berlin/MelbourneDie australischen Ausgaben der Zeitschriften "Harper's Bazaar" und "Bravo" werden künftig in einem Haus verlegt. Am Dienstag gab der deutsche Bauer-Verlag bekannt, groß ins australische Zeitschriftengeschäft einzusteigen und den Marktführer ACP vom Finanzinvestor CVC Capital Partners zu übernehmen. Der Herausgeber von Blättern wie "Bravo", "TVMovie" und "Maxi" zahlt nach Angaben von CVC rund 500 Millionen Australische Dollar (umgerechnet 407 Millionen Euro). Der Verlag mit rund 110 Magazin-Titeln gehört zur hoch verschuldeten Nine Television, die sich in den Händen von CVC befindet und für die Private-Equity-Gesellschaft zu einem Milliardengrab zu werden droht. Der Bauer-Verlag wollte sich nicht zu den finanziellen Details der Transaktion äußern.

Experten sind der Meinung, dass der ACP-Verkauf Refinanzierungsgespräche zwischen Nine und CVC begünstigt. CVC steht bei Nine Television vor einem möglichen Verlust in Höhe von 1,46 Milliarden Euro - dabei hatte die Beteiligungsgesellschaft vor Ausbruch der Finanzkrise noch 4,3 Milliarden Euro für Nine gezahlt. Seither hat sich wie in vielen Industrieländern der Medienmarkt in Australien rasant gewandelt. Im Zuge der Digitalisierung brachen die Werbeausgaben ein und damit auch die Gewinne der Medienfirmen.

Wohl auch deswegen musste Nine längere Zeit nach einem Interessenten für ACP suchen, die in Australien auf einen Marktanteil von 50 Prozent kommt. Nun will das Nine-Netzwerk seine Finanzen mit Hilfe des ACP-Verkaufs etwas aufpäppeln und sich stärker auf den Fernsehmarkt konzentrieren. Die australische Regierung muss das Geschäft noch genehmigen.

"Diese bedeutende Akquisition ist Teil unserer globalen Wachstumsstrategie. Wir glauben an Print und haben mit ACP starke Medienmarken in Australien und Neuseeland erworben", sagte Verlegerin Yvonne Bauer. Die 1933 gegründete ACP verkauft nach eigenen Angaben jährlich 90 Millionen Zeitschriften und erreicht 15 Millionen Leser. Bekannt sind vor allem die Marken "The Australian Women's Weekly", "Woman's Day", "Harper's Bazaar", "Grazia" sowie die australische "Cosmopolitan" und der "Rolling Stone".

Bauer will mit Hilfe des Zukaufs auch sein Digitalgeschäft stärken und macht "großes Potenzial für zukünftige Aktivitäten" aus. Wie der deutsche Konkurrent Axel Springer ist Bauer stark im Ausland vertreten. Im vergangenen Jahr lag der außerhalb Deutschlands erwirtschaftete Anteil am Gesamtumsatz von rund zwei Milliarden Euro bei 59 Prozent. Durch ACP dürfte sich dieser deutlich erhöhen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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