Medien
BBC streicht 2 500 Stellen und verkauft Fernsehzentrale

Angesichts eines Milliarden-Minus will die britische Rundfunkanstalt BBC 2 500 Stellen streichen und ihre Londoner Fernsehzentrale verkaufen. Was die Fernsehzuschauer freuen wird: Statt eines „mittelmäßigen Outputs“ sollten weniger Sendungen mit mehr Qualität ausgestrahlt werden.

HB LONDON. Er wolle eine „kleinere, schlagkräftigere BBC“, sagte BBC-Generaldirektor Mark Thompson am Donnerstag in London. Da zugleich neue Arbeitsplätze geschaffen würden, gingen unterm Strich rund 1 800 Stellen verloren. Kommentatoren sprachen von einem „schwarzen Tag“ für die BBC. Die Gewerkschaften drohten mit massiven Streikaktionen.

Wegen erheblicher Gebührenausfälle war das Budgetloch der BBC auf zwei Milliarden Pfund (2,9 Mrd Euro) angewachsen. Die British Broadcasting Corporation (BBC) ist weltweit die größte öffentlich- rechtliche Sendeanstalt und beschäftigt derzeit mehr als 23 000 Mitarbeiter rund um den Globus.

Die Stellen sollen in den nächsten sechs Jahren abgebaut werden. Rund 400 Jobs sollen in den BBC-Nachrichtenabteilungen wegfallen, weitere 600 in den Bereichen Dokumentation und 500 in den Regionen. Insgesamt ist das Fernsehen den Angaben zufolge stärker betroffen als das Radio. In der Vergangenheit war bei der BBC bereits mehrfach radikal der Rotstift angelegt worden.

„Es geht um unsere Zukunft und darum, fantastische Chancen zu ergreifen“, sagte Thompson. In die Programme nach 22.30 Uhr werde weniger investiert, kündigte der Generaldirektor an. Stattdessen sollten mehr „wegweisende“ Fernsehsendungen wie „Planet Earth“ produziert werden.

Mit neuen Initiativen wolle die BBC mehr Kinder und Jugendliche erreichen, sagte Thompson weiter. Unter anderem ist ein „Integrierter Multimedia Newsroom“ mit Fernsehen, Radio und Online-Redaktion geplant. Neue Jobs sollen im interaktiven Bereich entstehen. „Das bedeutet aber nicht, dass wir unser Engagement für unsere Hauptzielgruppe verringern“, betonte Thompson.

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