Medien
Bloomberg kauft „Businessweek“

Der US-Finanzdatenkonzern Bloomberg übernimmt das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Businessweek". Das Traditionsblatt aus dem Verlagskonzern McGraw-Hill kämpft angesichts der Werbe- und Medienkrise mit schweren Einbußen.

HB NEW YORK. Inmitten der weltweiten Medien- und Anzeigenkrise steigt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg ins Magazingeschäft ein. Sie wird das defizitäre Wirtschaftsmagazin „BusinessWeek“ von McGraw-Hill Companies kaufen. Mit dem Kauf des seit 80 Jahren bestehenden Magazins wolle Bloomberg eine neue Zielgruppe erschließen und den auf Finanzdienste fokussierten Kundenstamm ausbauen, teilte das US-Unternehmen am Dienstag mit. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Auch zu einem möglichen Arbeitsplatzabbau äußerte sich Bloomberg nicht. Es hieß lediglich, dass so viele Mitarbeiter gehalten würden, wie es finanziell sinnvoll sei. Mit einem Abschluss der Transaktion wird noch vor Jahresende gerechnet.

Der Onlineausgabe von „BusinessWeek“ zufolge hat die vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg gegründete Agentur zwischen zwei und fünf Mio. Dollar für das Magazin geboten. Zudem habe das Unternehmen zugestimmt, die Schulden der Zeitschrift zu übernehmen und für mögliche Abfindungen aufzukommen. In diesem Jahr könnte „BusinessWeek“ einen Verlust von 40 Mio. Dollar machen, hieß es. „Fakt ist, dass es (BusinessWeek) einen bedeutenden Geldbetrag verloren hat und sich dies im Verkaufspreis widerspiegelt“, sagte Bloomberg-Präsident Daniel Doctoroff zu Reuters.

Wie viele andere Printmedien in den USA und Europa hat auch „BusinessWeek“ mit sinkenden Anzeigeerlösen zu kämpfen. Im Juli entschied sich McGraw-Hill zum Verkauf. Neuer Leiter soll der frühere Chefredakteur des „Times“-Magazins Norman Pearlstine werden, der im vergangenen Jahr zu Bloomberg kam. Doctoroff sagte, Bloomberg erhoffe sich durch den Kauf einen besseren Zugang zu den Stellen in der Regierung und bei Firmen, wo sich die Macht bündele und wo Dinge entschieden würden, die den Markt bewegten.

Bloombergs Kundenstamm für Finanznachrichten und Börseninformationen besteht vor allem aus den 300 000 Abonnenten seiner Computer-Terminals. Damit ist die Agentur einer der wichtigsten Konkurrenten von Thomson Reuters. Neben einem Kabelfernsehnetz, das mit CNBC konkurriert, und einer New Yorker Radiostation bringt Bloomberg auch das Magazin „Bloomberg Markets“ heraus. Beide Printausgaben sollen weiter getrennt voneinander publiziert werden. Laut Pearlstine wird es aber viele Überschneidungen geben. „Es werden Redakteure von Bloomberg News und BusinessWeek zusammenarbeiten“.

Vor dem Kauf durch Bloomberg fanden mehrere Bieterrunden statt. Die Finanznachrichtenagentur hatte als wahrscheinlichster Gewinner der Auktion gegolten. Sie stach Interessenten wie den Vorstandsvorsitzenden des Videospiel-Anbieters Take Two Interactive Software, Strauss Zelnick, und den „New York Daily News“-Besitzer Mort Zuckerman aus.

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