Medien in der Krise: Frankreichs TV-Sender rufen nach Staatshilfen

Medien in der Krise
Frankreichs TV-Sender rufen nach Staatshilfen

Jetzt müssen auch die französischen Fernsehsender den Staat um Hilfe bitten. Denn die Wirtschaftsflaute lässt ihre Werbeeinnahmen rasant sinken. Wie die Chefs der Sender diesen Schritt rechtfertigen.

PARIS. Frankreichs private TV-Sender erwägen, den Staat um finanzielle Hilfe zu bitten. Vor allem M6 mit dem Bertelsmann-Verlag als Eigentümer, TF1 des Konzerns Bouygues sowie der Vivendi-Sender Canal-Plus sehen sich von den stark fallenden Werbeeinnahmen im Zuge der Wirtschaftskrise betroffen. Das erklärte gestern Nicolas de Tavernost, Chef des Senders M6. "Der einzige Sektor in Frankreich, dem nicht geholfen wird, sind die privaten TV-Sender", sagte Tavernost gestern vor der Presse.

Frankreichs private TV-Sender haben sich bereits in einen Verband zusammengeschlossen, um ihrer Interessen gegenüber dem staatlichen Fernsehen besser durchsetzen zu können. Bei den staatlichen Sendern von France Télévision soll schrittweise die Werbung komplett verschwinden. Obwohl die Gesetze noch nicht endgültig verabschiedet sind, hat der Verwaltungsrat von France Télévision bereits beschlossen, ab dem 5. Januar im Abendprogramm auf Werbung zu verzichten, um seinen Kunden Planungssicherheit zu bieten. Um die Mindereinnahmen zu kompensieren, hat die Regierung France Télévision bis zum Jahr 2011 bereits einen jährlichen Zuschuss von 450 Mio. Euro zugesichert. Eine Summe, die M6-Chef Tavernost "surreal" findet, "in einer Zeit einer intensiven Krise."

Denn M6 beispielsweise hat im vierten Quartal 2008 mit Werbung 6,6 Prozent weniger eingenommen als noch ein Jahr zuvor. Das konnte die Gruppe durch steigende Einnahmen aus seinen Internetseiten zum Teil kompensieren. Im Gesamtjahr belief sich der Rückgang der Werbeeinnahmen auf 2,6 Prozent. Doch Tavernost fürchtet, dass die allgemeine Wirtschaftskrise in diesem Jahr auch die Werbeeinnahmen im Web schrumpfen lassen wird.

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