Medien
Kein Grund zur Panik

Viele Verlage arbeiten bereits Sparpläne aus. Doch nach der ersten Aufregung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise kehrt Nüchternheit ein. Der große Werbeeinbruch bleibt aus Sicht vieler Experten aus.

DÜSSELDORF. Wie ein transparenter Leuchtturm weist im Münchener Osten die 99 Meter hohe Konzernzentrale des Süddeutschen Verlags den Weg. Der gläserne Monolith , der am vergangenen Sonntag komplett bezogen wurde, ist Ausdruck des unternehmerischen Selbstbewusstseins. Denn das Flaggschiff „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) ist bei den Lesern gefragt: Die verkaufte Auflage der größten deutschen Qualitätszeitung stieg im vergangenen Quartal auf 440 000. Vor zwei Jahren waren es noch 433 000 Exemplare.

Heute startet die ,SZ’ zudem das neue Familienmagazin „Wir“ mit Fußballstar Lukas Podolski samt Nachwuchs als Blickfang, um neue Zielgruppen zu erreichen. „In diesem Jahr geht es der ,SZ’ gut“, sagte Richard Rebmann, Geschäftsführer der in Stuttgart ansässigen Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH), bei den Münchener Medientagen in der vergangenen Woche. Die SWMH hatte im Dezember 2007 die Mehrheit am Süddeutschen Verlag übernommen.

So viel Selbstbewusstsein ist derzeit in der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche selten. Denn angesichts der Finanzkrise reißen die negativen Meldungen aus den Konzernzentralen nicht ab. Die Verlage schnallen in einer ersten Reaktion den Gürtel enger. Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“) hat ebenso wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder die „Neue Zürcher Zeitung“ einen Einstellungsstopp verhängt. Die Essener WAZ-Gruppe will rund 30 Mio. Euro einsparen und Stellen im Inland abbauen.Auch andere Verlage wie das Zürcher Medienhaus Ringier („Blick“) gehen auf Sparkurs. Verleger Michael Ringier will die Kosten um rund 50 Mio. Franken senken.

Die Finanzkrise hat die Branche verunsichert. Auch der Süddeutsche Verlag ist vorsichtig, aber nicht panisch. SWMH-Geschäftsführer Rebmann, der einen Einstellungsstopp ablehnt, sagt: „Im Zuge der Finanzkrise spüren wir derzeit Rückgänge bei Stellenanzeigen und den Werbeausgaben nationaler Markenartikler.“ Die Verlage stellen sich auf ein schwieriges Jahr 2009 ein.

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