Medien-Markt
Bavaria Film streitet mit ARD

Die Verteilungskämpfe auf dem Fernsehmarkt werden härter. Jetzt kritisierte die Bavaria Film ihre eigenen Gesellschafter. Die ARD-Sender, denen die Produktionsfirma mehrheitlich gehört, würden die Bavaria bei der Auftragsvergabe zu wenig berücksichtigen. Der Vorwurf wiegt schwer, denn die Konkurrenz wird immer heftiger.

DÜSSELDORF. Die Bavaria Film, die mehrheitlich verschiedenen ARD-Sendern gehört, kritisiert die Auftragsvergabe ihrer Gesellschafter. "Wir bekommen von RTL keine Daily Soap, während die ARD eine so lukrative Serie wie ,Verbotene Liebe? von der Bertelsmann-Filmtochter Ufa seit vielen Jahren herstellen lässt", sagte Bavaria-Geschäftsführer Dieter Frank dem Handelsblatt. "Der ARD würde ein Konzerndenken wie bei Bertelsmann gut tun."

Der Fernsehmarkt mit einem Auftragsvolumen von zwei Mrd. Euro ist in Deutschland hart umkämpft. Privater Marktführer ist seit vielen Jahren die Ufa. Die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann ist der schärfte Konkurrent der Bavaria. Die ARD wiederum besitzt die beiden Filmunternehmen Bavaria Film und Studio Hamburg mit rund 600 Mill. Euro. Umsatz

Der Unmut der Bavaria über die Bertelsmann-Konkurrenz ist leicht erklärbar. Denn das Münchener Filmunternehmen wollte ursprünglich mehr Aufträge außerhalb des öffentlich-rechtlichen Fernsehens an Land ziehen. Doch der Strategieschwenk des Branchendritten lief ins Leere. RTL, aber auch andere Bertelsmann-Sender wie Vox und Super RTL zeigten der Bavaria weitgehend die kalte Schulter. Die Münchener konnten bei den Bertelsmann-Fernsehtöchtern mit Ausnahme des Fernsehfilms "Die Jahrhundertlawine" keinen einzigen Großauftrag unterbringen.

Bei der Ufa gibt es für die Kritik der Bavaria unterdessen kein Verständnis. "Wie bei allen Sendern, für die wir produzieren, gilt auch bei der ARD, dass wir uns dem Wettbewerb der Ideen stellen und versuchen, den Bedürfnissen der Sender gemäß, maßgeschneiderte Inhalte kostengünstig anzubieten", sagt ein Sprecher in Berlin. Von der ARD kommen nach Unternehmensangaben bereits rund 16 Prozent der Umsätze der Ufa. Der Berliner Filmkonzern produziert für die ARD außer der Serie "Verbotene Liebe", "Das Quiz mit Jörg Pilawa" und die Krimi-Reihe "Donna Leon", aber auch teure Mehrteiler wie "Die Frau vom Checkpoint Charlie" oder "Die Flucht".

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