Medien-Milliardär Murdoch
Britische Regierung sabotiert Sky-Fusion

Die britische Kultusministerin legt dem Medienmanager Rupert Murdoch Steine in den Weg: Sie sieht die geplante Übernahme von Sky durch 21st Century Fox skeptisch – und will die Wettbewerbsbehörde einschalten.
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LondonMedienmogul Rupert Murdoch und die britische Kultusministerin Karen Bradley werden mit Sicherheit keine Freunde mehr: Am Dienstag ging die Politikerin auf Konfrontationskurs zu dem mächtigen Milliardär. Sie tendiere dazu, die geplante Übernahme des Senders Sky durch Murdochs Unternehmen 21st Century Fox an die britischen Wettbewerbsbehörde CMA zu übergeben, erklärte die Ministerin vor dem Parlament. Für deren Überprüfung hätte diese dann sechs Monate Zeit.

Das würde den Zeitplan für den Deal sprengen. 21st Century Fox hatte ursprünglich gehofft, den Deal bis Ende 2017 abschließen zu können. Vergangenen Dezember hatte 21st Century Fox eine Offerte für Sky abgegeben. 39 Prozent des Senders sind bereits in Murdochs Besitz, nun geht es um die verbleibenden Anteile. Es wäre ein Milliardendeal: Fast zwölf Milliarden Pfund will Murdoch auf den Tisch legen.

Doch die konservative Ministerin stand der geplanten Transaktion von Anfang an skeptisch gegenüber. Und nicht nur sie – auch andere Briten. Viele Abgeordnete haben die Affäre um abgehörte Telefonate und bestochene Polizisten bei dem zu Murdochs Medienimperium gehörenden Sonntagszeitung ‚News of the World‘ nicht vergessen.

Im Parlament wurde der Widerstand von Bradley daher positiv aufgenommen. Er müsse der Ministerin seine Anerkennung aussprechen, erklärte Tom Watson von der oppositionellen Labour-Partei. „Ich glaube, das ist das erste Mal, dass sich ein Mitglied des Regierungskabinetts den Murdochs in den Weg stellt“, sagte er.

Weniger positiv reagierten hingegen die Sky-Aktionäre: Die in London notierten Papiere von Sky gaben deutlich nach. Aus heiterem Himmel kommt die Einschätzung von Bradley jedoch nicht. Sie hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, dass die Übernahme dazu führen könne, dass die Medienvielfalt gefährdet wird. 21st Century Fox und Sky haben nun zehn Tage Zeit, auf Bradleys Einschätzung zu reagieren.

Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin

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