Medien
Murdoch will Geld für Nachrichten im Netz

Der Branchenführer reagiert auf die Werbekrise: Medienunternehmer Rupert Murdoch will im Internet alle Nachrichtenangebote seines weltweiten Konzerns kostenpflichtig machen. Die deutschen Vertreter sind alles andere als abgeneigt: Die Umsonst-Kultur geht ihrem Ende entgegen.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Rupert Murdoch macht jetzt ernst. Zumindest verbal. Spätestens in einem Jahr sollen alle Internet-Auftritte aus seinem Haus ihren Nutzern Gebühren abverlangen. „Eine Branche, die gute Inhalte kostenlos abgibt, beraubt sich selbst der Möglichkeit, gute Arbeit zu finanzieren“, sagte der Chef des Medienkonzers News Corp. bei Vorstellung der Jahresergebnisse.

Die fallen düster aus: Im Geschäftsjahr 2008/2009 fiel nach bereits bekannten enormen Abschreibungen ein Verlust von fast 3,4 Mrd. Dollar an. Im Jahr zuvor stand ein Gewinn von 5,4 Mrd. Dollar in den Büchern. Vor allem das immer weiter hinter Marktführer Facebook zurückfallende Social Network Myspace belastet News Corp. Der Gesamtumsatz des Konzerns fiel um acht Prozent auf 30,4 Mrd. Dollar.

Nun soll also ein Bezahlmodell für Online-Nachrichten Besserung bringen. Details lieferte Murdoch aber nicht. Zu seinem Reich zählen unter anderem die Londoner „Times“ und das „Wall Street Journal“. Die digitalen Inhalte der Wirtschaftszeitung sind in kleineren Teilen hinter einer Abo-Wand versteckt.

Bislang sind Versuche gescheitert, Internetseiten von Publikumsmedien nur zahlenden Kunden zugänglich zu machen. Allein das „Wall Street Journal“ soll erfolgreich sein, nennt aber keine Zahlen.

Der britische Rivale „Financial Times“ rühmt sich mit 117 000 Web-Abonnenten. Theoretisch zahlen sie 180 Pfund im Jahr. Praktisch ist nicht bekannt, wie viele reduzierte Abos eingerechnet werden. „FT“-Chefredakteur Lionel Barber schlägt derzeit die Trommel, um auch andere Verlage für eine Abschottung ihrer Seiten zu gewinnen: „Ich möchte unseren Wettbewerbern und dem Rest der Welt sagen, dass es allerhöchste Zeit ist“, sagte er jüngst dem britischen TV-Sender Channel 4.

Doch die Konkurrenten zögern: Bei den meisten Verlagen dürften die Netz-Abo-Einnahmen nicht reichen, um den Einbruch bei den Anzeigenerlösen auszugleichen. Andererseits fehlen wirtschaftliche Systeme, um ein Bezahlen pro Artikel zu ermöglichen – abgesehen davon, dass die Nutzer sich bei diesen Diensten zunächst registrieren müssten.

Beim „Wall Street Journal“ zeichnet sich deshalb ab, dass weitere Sektionen und Artikel nur für Abonnenten zugänglich sein werden – gewisse Bereich aber frei bleiben.

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