Medien
Murdochs rechte Hand verlässt News Corp

Bei der von Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierten News Corporation geht Top-Manager und Präsident Peter Chernin von Bord. Um die Gründe ranken sich viele Gerüchte; es könnte Krach wegen des Konzernumbaus gegeben haben. Chernin hat zumindest schon genaue Pläne für seine Zukunft.

HB NEW YORK. Der 57-Jährige ist seit rund zwölf Jahren nach Murdoch Vizechef des weltweit agierenden Medienkonzerns und für das operative Tagesgeschäft verantwortlich. Zudem stand er an der Spitze der Fox Group. Mit Ablauf seines Vertrags am 30. Juni dieses Jahres werde er all seine Ämter niederlegen, hieß es.

Nach seinem Ausscheiden will Chernin unter anderem eine Produktionsfirma gründen, die für Fox Filme und Fernsehshows produziert. Der Manager habe bereits einen Sechs-Jahres-Vertrag geschlossen, in dem vereinbart ist, dass Fox Chernin mindestens zwei Filme pro Jahr abkaufen muss, sagte eine Sprecherin von News Corp. Dabei soll er vergleichbare Konditionen bekommen wie andere Produktionsfirmen.

Ein unmittelbarer Nachfolger für Chernin bei News Corp wurde nicht genannt. Murdoch selbst werde allerdings in Zukunft die Film- und Fernsehgeschäfte von Fox leiten. "Peter ist ein geschätzter Kollege und ein zuverlässiger Freund", sagte Murdoch laut Mitteilung zu Chernins Entschluss, den Konzern zu verlassen. "Ich werde ihn vermissen." Er könne aber verstehen, dass Chernin nach so langer Zeit bei News Corp etwas Neues beginnen will.

Chernin kam bereits vor 20 Jahren zu News Corp, seit zwölf Jahren ist er die Nummer zwei nach Murdoch. Es gilt allerdings in der Branche als unwahrscheinlich, dass er jemals für die Spitze des Konzerns vorgesehen war - der 77-jährige Murdoch dürfte seine Ämter eines Tages an seinen heute 36 Jahre alten Sohn James übergeben.

Chernin selbst bezeichnete seine Entscheidung zum Rückzug als "schwer" und sagte, er werde Murdoch und seine Kollegen sehr vermissen. "Ich habe aber keine Zweifel, dass sie auch ohne mich weiter Erfolg haben werden."

Der Rücktritt von Chernin kommt zu einer Zeit, in der News Corp wie viele Medienunternehmen schwer unter der Werbeflaute durch die Wirtschaftskrise leidet. Im vergangenen Quartal erlitt News Corp. auch durch hohe Abschreibungen einen Milliardenverlust und rechnet für das Gesamtjahr mit einem massiven Gewinnrückgang. Zur Gruppe zählen neben der Fox Gruppe unter anderem die Traditionszeitungen "Times" und "Wall Street Journal". Der News Corp. gehört zudem ein wesentlicher Anteil am schwer angeschlagenen deutschen Bezahlsender Premiere.

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