Medien
Myspace-Gründer will Dow Jones vor Murdoch retten

In den Verkaufsprozess des US-Medienkonzerns Dow Jones kommt Bewegung. Nach News Corp. hat nun der Gründer der Internet-Community Myspace ein Angebot vorgelegt. Er will die Unabhängigkeit des Verlages wahren, der unter anderem das "Wall Street Journal" herausgibt.

HB DÜSSELDORF. Brad Greenspan will zusammen mit anderen Investoren, der so genannten Journal Investment Group, ein Viertel der Anteile an Dow Jones übernehmen und bietet 60 Dollar je Aktie. Der Medienunternehmer Rupert Murdoch bietet mit seinem Konzern News Corp. ebenfalls 60 Dollar pro Dow-Jones-Aktie, insgesamt rund fünf Mrd. Dollar. Inzwischen wird über mögliche weitere Bieter spekuliert, so erwäge der US-Mischkonzern General Electric zusammen mit dem britischen Verlag Pearson, in den Kampf um Dow Jones einzusteigen.

Greenspans Offerte ist aber erst die zweite offizielle. "Wir denken, dass unser Angebot eine großartige Chance darstellt, um die Unabhängigkeit und Integrität von Dow Jones zu wahren und zugleich den Aktionären zu dienen", erklärte er zur Begründung. Dow Jones reagierte auf den Vorschlag gestern nach US-Börsenschluss mit einer Mitteilung, wonach das Board sich um den Vorschlag sowie alle übrigen strategischen Alternativen, auch die Unabhängigkeit des Unternehmens, kümmern werde.

Dow Jones hatte gestern angekündigt, dass ab sofort der Verwaltungsrat Board und nicht mehr die das Unternehmen kontrollierende Familie Bancroft die Gespräche über die Zukunft der Gesellschaft führen werde. Dieser Schritt lasse die Wahrscheinlichkeit steigen, dass Murdochs News Corp. zum Zuge kommen werde, schreibt das "Wall Street Journal".

Die Familie Bancroft, die 24 Prozent der Anteile an Dow Jones hält, aber 64 Prozent der Stimmrechte kontrolliert, hatte Murdochs Offerte zunächst mehrheitlich abgelehnt, sich aber später doch zu Gesprächen mit ihm bereit gefunden. In den vergangenen zwei Wochen habe es in den Verhandlungen aber kaum Bewegung gegeben, schreibt das Blatt.

Greenspan ist für Murdoch kein Unbekannter: Der Medienmogul hatte 2005 die Firma Intermix Media für 580 Mill. Dollar übernommen, zu der auch Myspace gehörte. Greenspan hatte anschließend versucht, den Deal zu blockieren, war aber vor Gericht gescheitert.Nach einem Bericht der britischen "Times" hat Murdoch inzwischen angeboten, Myspace gegen 25 Prozent der Anteile am Internet-Konzern Yahoo zu tauschen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%