Medien
Österreich bekommt eine neue Sonntagszeitung

Der schrumpfende Werbemarkt hat das Projekt nicht mehr stoppen können: Österreich bekommt am nächsten Wochenende seine vierte überregionale Sonntagszeitung. Die konservative Wiener "Presse" legt sich eine zusätzliche siebte Ausgabe zu. Trotz der Anzeigenrückgänge gibt sich der kleine österreichische Zeitungsmarkt vergleichsweise agil.

WIEN. Auch der schrumpfende Werbemarkt hat das Projekt nicht mehr stoppen können: Österreich bekommt am nächsten Wochenende seine vierte überregionale Sonntagszeitung. Die konservative Wiener "Presse" legt sich eine zusätzliche siebte Ausgabe zu. Trotz der Anzeigenrückgänge gibt sich der kleine österreichische Zeitungsmarkt vergleichsweise agil. In diesem Frühjahr sind noch weitere Neuerungen geplant.

Die "Presse am Sonntag" startet am kommenden Wochenende mit einer Auflage von 160 000 Exemplaren. Der "Presse"-Verlag, der zur Grazer Styria Medien AG gehört, sieht noch eine Lücke auf dem österreichischen Zeitungsmarkt. "Bei uns in Österreich ist ein anspruchsvolles Zeitungsangebot am Sonntag nicht existent", sagt Verlagschef Reinhold Gmeinbauer. Bislang dominieren mit "Österreich", "Kurier" und "Krone" eher populäre Titel das Sonntagsgeschäft der Tageszeitungen. Grundsätzlich lässt sich das "Presse"-Konzept in Österreich mit dem Start der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" in Deutschland vergleichen, als ein bürgerliches Blatt die zuvor vorherrschenden "Bild am Sonntag" und "Welt am Sonntag" attackierte.

Angesichts der fallenden Anzeigenerlöse wird Styria Medien das neue Sonntagsprojekt vergleichsweise sparsam angehen. Die Kosten für die zusätzliche Ausgabe werden in Unternehmenskreisen auf vier bis acht Millionen Euro beziffert. Verlagschef Gmeinbauer spricht von einem "höheren Millionenbetrag". Sparsamkeit ist vor allem bei den Personalkosten höchstes Gebot. Die "Presse am Sonntag" bekommt keine eigene Redaktion - die Journalisten der Zeitung werden die zusätzlichen Seiten am Wochenende ebenfalls füllen. Voraussichtlich wird das Blatt an den regulären Erscheinungstagen in der Woche als Ausgleich etwas reduziert.

In Österreich stößt das Projekt der "Presse" fast überall auf Zustimmung. "Ein sehr mutiges Vorhaben in diesen schwierigen Zeiten", sagt beispielsweise Helmut Brandstätter, vor ein paar Jahren noch Geschäftsführer des deutschen Fernsehsenders N-TV und jetzt Medienberater in Wien.

Die Alpenrepublik hatte erst vor zweieinhalb Jahren mit "Österreich" eine komplett neue überregionale Tageszeitung bekommen. Die Styria Medien Holding plant für April auch den Start von neuen wöchentlichen Anzeigenblättern für ganz Österreich.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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