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Premiere forciert den Konzernumbau

Seit dem Einstieg von News Corp. gibt es bei Premiere ein Kommen und Gehen. Nun muss offenbar Programmvorstand Hans Seger gehen. Am Donnerstag will der Sender Zahlen vorlegen: Analysten rechnen mit einem Verlust im dritten Quartal von über 50 Millionen Euro.

DÜSSELDORF. Der neue Premiere-Chef Mark Williams beschleunigt den Umbau des Bezahlsenders. Der bisherige Vorstand Hans Seger muss offenbar gehen. Vor wenigen Tagen wurde ihm bereits der Zuständigkeitsbereich Technik entzogen. Darum kümmert sich nun Verschlüsselungsexperte Gary Duffy. Der Schotte arbeitet bislang bei der Verschlüsselungsfirma NDS, einer Tochter des Medienkonzerns News Corp.

Seit dem Einstieg von Rupert Murdochs Bezahlsenders News Corp. gibt es in der Unterföhringer Konzernzentrale Premiere ein Kommen und Gehen. Aus der Ära des früheren Vorstandschefs Georg Kofler, der Premiere an die Börse brachte, hat bislang nur Sport-Vorstand Carsten Schmidt überlebt. Koflers Nachfolger auf dem Chefsessel, Michael Börnicke, musste Mitte September gehen. Anfang Oktober musste Finanz-Vorstand Alexander Teschner abtreten. Wenige Tage später verließ auch Marketing-Vorstand Oliver Kaltner die Kommandobrücke in Unterföhring.

Für Segers Abgang gab es gestern keine offizielle Bestätigung. Ein Konzernsprecher sagte nur: "Zu Personalspekulationen nehmen wir grundsätzlich nicht Stellung." Seger gehört dem Vorstand von Premiere bereits seit dem Jahr 2000 an. Zuvor war der Manager beim Medienkonzern Walt Disney. Er verfügt über exzellente Beziehungen nach Hollywood. Dort versorgt sich Premiere seit Jahren mit exklusiven Filmen.

Doch Segers Kontakte haben seit dem Einstieg von Murdoch an Bedeutung verloren. Der amerikanisch-australische Medientycoon verfügt mit der 20th Century Fox selbst über eines der größten und erfolgreichsten Studios in Hollywood. Bereits seit Monaten wird über einen Ausstieg von Seger bei Premiere spekuliert. Denn auch die bisherige Positionierung von Premiere im Programmbereich ist offenbar aus Sicht des neuen Vorstandschefs Williams nicht gerade zufriedenstellend.

Zudem musste Premiere kürzlich eingestehen, mit künstlich aufgeblähten Abonnentenzahlen gearbeitet zu haben. Die Zahl der zahlenden Abonnenten ist deutlich kleiner als bisher angenommen: Rund 940 000 Karteileichen wurden ausgemistet. Dabei handelt es sich um Kunden, deren Vertrag ausgelaufen ist oder deren Abonnement nie aktiviert worden war. Damit kommt der Unterföhringer Bezahlsender nach neuer Rechnung auf nur noch 2,4 Mill. direkte Abonnenten.

Die Börse reagierte gestern positiv auf den bevorstehenden Abtritt von Programmvorstand Seger. Das Papier legte am Nachmittag gut 13 Prozent auf 3,59 Euro zu. Das 52-Wochen-Hoch der Premiere-Aktie liegt bei 15,62 Euro.

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