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Medien: Premiere präsentiert Rekordverlust

Es sind bittere Zahlen, die der Bezahlsender Premiere vorgestellt hat. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr nämlich den Verlust des Vorjahres glatt verfünffacht. Das ist noch schlimmer als Experten befürchtet hatten. Und das ist noch nicht alles.

Taschen mit Premiere-Aufschrift warten auf die Aktionäre. Quelle: dpa
Taschen mit Premiere-Aufschrift warten auf die Aktionäre. Quelle: dpa

HB UNTERFÖHRING/MÜNCHEN. Der Bezahlfernsehsender Premiere ist 2008 tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Der Nettoverlust weitete sich aus auf 269,4 (2007: minus 51,6) Mio. Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Minus von 239 Mio. Euro gerechnet. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr leicht auf 941 von 937 Mio. Euro.

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Auch im vierten Quartal war der Fehlbetrag mit 114,3 (Vorjahresquartal: minus 23,5) Mio. Euro höher als von den Branchenexperten vorausgesagt. Deren Erwartung belief sich auf einen Verlust von 82 Mio. Euro.

Für 2009 rechnet das Unternehmen mit einem erheblichen operativen Verlust (Ebitda). Die Abonnentenzahlen dürften im ersten Halbjahr stagnieren und erst danach auf Grund einer neuen Marketing-Kampagne zunehmen, prognostizierte Premiere. Schwarze Zahlen werden weiterhin für das Jahr 2011 angepeilt, hieß es weiter. Bemerkbar machten sich vor allem Verschlüsselungsprobleme des Senders im vergangenen Jahr, die viele Kunden kosteten. So ging die Zahl der Abonnenten bis Ende Dezember von 2,534 Millionen im Vorjahr auf 2,399 Millionen zurück.

Neues Wachstum soll dann wieder nach dem Start der neuen Bundesligasaison im Herbst kommen. Die Bundesligarechte hatte sich Premiere Ende November gesichert. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, braucht Premiere nach früheren Angaben allerdings drei bis 3,4 Millionen Kunden.

Premiere

könnte bald zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp gehören. Er hält bereits mehr als ein Viertel der Anteile und hat zugesichert, die Aktien aus einer geplanten Kapitalerhöhung zu kaufen, womit sein Anteil auf über 50 Prozent steigen könnte.

Fast schon logische Konsequenz der negativen Zahlen: Die Aktien von Premiere dürften laut einem Händler nach den Quartalszahlen unter Druck kommen. Der Bezahlsender ist bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für das laufende Jahr sagte Premiere zudem einen "erheblichen" EBITDA-Verlust voraus.

"Die Zahlen sind durch die Bank weg schlechter als erwartet", sagte der Börsianer. Auch der Ausblick für 2009 sei schwach. Daher erwarte er Druck auf den Titeln.

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