10.03.2010 , aktualisiert 10.03.2010 14:15 Uhr

Medien: Werbekrise belastet Axel Springer

Die Flaute auf dem Werbemarkt belastet die Bilanz des Medienkonzerns Axel Springer. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging 2009 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent zurück. Die Dividende soll aber gleich bleiben.

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Axel-Springer-Zentrale in Berlin. Quelle: dpaLupe

Axel-Springer-Zentrale in Berlin. Quelle: dpa

HB BERLIN. Der Medienkonzern Axel Springer hat im Rezessionsjahr 2009 spürbare Einbußen bei Umsatz und Gewinn verkraften müssen. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 2,61 Mrd. Euro. Der Überschuss reduzierte sich um 102 auf 152,6 Mio. Euro. Für das laufende Jahr 2010 erwartet das Berliner Verlagshaus aber wieder stabile oder leicht steigende Umsätze, vor allem wegen des Wachstums bei den digitalen Medien.

Stark getroffen wurde Springer im vergangenen Jahr von den massiv sinkenden Werbeerlösen. Bei den heimischen Zeitungen und Zeitschriften betrug das Minus gegenüber dem Vorjahr 12,1 beziehungsweise 20,3 Prozent.

Anders als die übrigen Zeitungen konnte das Flagschiff „Bild“-Zeitung seine Reklame-Einnahmen annähernd konstant halten. Die Auto- und Sportmedien konnten ihre Werbeerlöse sogar erhöhen, während die Programm-, Computer- und vor allem die Finanzzeitschriften einen deutlichen Rückgang der Werbeerlöse verzeichneten.

Noch schlimmer als hierzulande brach die Werbekonjunktur im Ausland ein, besonders in Osteuropa. Im Konzernbereich Print International stürzten der Umsatz um knapp 24 Prozent in den Keller, die Werbeerlöse sogar um 36 Prozent. Die digitalen Medien verbuchten hingegen kräftig wachsende Umsätze und verdoppelten ihre Ergebnis.

„Jeden fünften Euro setzen wir inzwischen in unseren digitalen Geschäftsfeldern um“, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner. Besonders stark steigerten Online-Rubrikenmärkte wie Immonet und Idealo sowie Vermarkter wie Zanox ihren Umsatz.

Vorstandschef Mathias Döpfner kündigte an, dass Dividende gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 4,40 Euro bleiben soll. Dies sei wie im Vorjahr die höchste Dividende, die Springer je gezahlt habe.

Döpfner zog insgesamt eine positive Bilanz des abgelaufenen, schwierigen Geschäftsjahrs. Entscheidend für ihn sei, dass Springer im inländischen Printgeschäft Marktanteile hinzugewonnen habe. „Und unsere digitalen Medien haben mit kräftigem Wachstum und einer Ergebnisverdopplung maßgeblich zum Geschäftserfolg beigetragen. Wir kommen mit unserer auf Reichweite zielenden Strategie sehr gut voran und setzen bei zentralen Themen wie Bezahlinhalten im Internet konsequent auf Offensive“, erklärte Döpfner. Der Konzern steigerte die Mitarbeiterzahl insgesamt leicht von 10 666 auf 10 740.

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