Medienbericht
BenQ findet angeblich Investoren

Für den vom Aus bedrohten Handy-Hersteller BenQ Mobile in Deutschland gibt es offenbar zwei ernsthafte Kaufinteressenten. Einem Medienbericht zufolge wird bis zum 2. Januar definitiv ein Angebot vorliegen. Sollte es tatsächlich so kommen, könnte das die Rettung in letzer Minute sein.

HB ESSEN. Das berichtete die „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ) vorab unter Berufung auf den Betriebsrat des Unternehmens. Zumindest einer der beiden Interessenten werde definitiv am 2. Januar ein Angebot vorlegen, zitierte das Blatt BenQ-Mobile-Gesamtbetriebsratschef Michael Leucker. Bei beiden handelt es sich demnach um deutsche Unternehmen, die auch in den USA vertreten seien.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager hat zunächst bis 31. Dezember Zeit, einen neuen Investor zu finden. Zum 1. Januar 2007 soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Allein am Werksstandort Kamp-Lintfort geht es um die Zukunft von rund 1 600 Arbeitsplätzen.

Die deutsche BenQ Mobile musste Ende September Insolvenzantrag stellen, nachdem ihr die taiwanesische Mutter kein Geld mehr geben wollte. Zwei Drittel der 3000 Beschäftigten verloren dadurch ihre Jobs. Die restlichen Mitarbeiter hoffen noch immer auf eine Rettung in letzter Minute.

In Betriebsrats- und Gewerkschaftskreisen werden dem Bericht zufolge der eigentlich favorisierten Idee, mit einem neuem Investor einen nahtlosen Firmenübergang hinzubekommen, wenige Chancen eingeräumt. Bei dieser Variante übernähme der Aufkäufer nicht nur die Werkshallen und Maschinen, sondern auch kostspielige soziale Verpflichtungen wie Abfindungen. Leucker sagte, Prager habe schon vor längerer Zeit durchblicken lassen, dass eine solche Lösung wegen der Größenordnung, um die es gehe, nicht machbar sei.

Als Alternative komme nun der Übergang von Beschäftigten in eine Transfergesellschaft in Frage. Die Fertigungsanlagen könnte dann ein neuer Eigner übernehmen - und möglicherweise eine nennenswerte Zahl von Arbeitnehmern an ihrer alten Arbeitsstelle neu einstellen. Einer der Investoren wolle das, sagte Leucker. Danach müsste zunächst die Entwicklung neuer Produkte wieder auf Touren gebracht werden. „Das wäre der erste Schritt. Sonst können die neuen Produkte für das Weihnachtsgeschäft 2007 nicht rechtzeitig produziert werden.“ In der Startphase könnte eine Landesbürgschaft helfen, die Schaffung der neuen Arbeitsplätze finanziell abzusichern, betont Leucker.

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